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Teil 2: Gildenmüdigkeit

In die Trollstadt Zul'Farrak gehe ich mit Unbekannten

Die Erben sollten bessere Menschen (Elfen und Draenei) sein. Wahrlich selbstlos wollten wir handeln, wenigstens im Computerspiel. Obwohl so viele "Das Erbe von Einst" verlassen hatten, wollten wir weitermachen. Das letzte Gildentreffen schien wie ein großer neuer Anfang. Wir, die sieben Übriggebliebenen, hatten gemeinsam Rollenspiel betrieben auf einem Server, der das Rollenspiel-Versprechen nicht hält. Es blieb bei der Absicht. Isabo hat seit dem Treffen nicht mehr gespielt. Er müsse viel arbeiten, heißt es, wie auch Tyardion. Der meldete sich für einen halben Monat ab. Danach ward er nicht mehr gesehen. Dosan (ehemals Osamu), der mit Tatendrang beim neuen Erbe eingestiegen war, gab bald auf. Das Erbe sei tot.

Mit seinem Level-70-Zwerg Drakk wollte er eine neue Rollenspiel-Gilde aufbauen, aber seine Freundin Miu und ich ließen uns nicht überzeugen, vom Erbe überzuwechseln. Er ließ das Vorhaben fallen und wurde "Main-Tank" (eine Art Mannschaftskapitän) bei einer großen Gilde. Miu trat trotzdem aus – sie habe keine Lust mehr auf eine Gilde. Sharialár werde nach mehreren Enttäuschungen keiner neuen mehr Gilde beitreten, sagt sie, bleibe aber beim Erbe. "Ich habe Mühe, Zeit und Liebe in die Gemeinschaft investiert, habe versucht, die Leute zu motivieren – aber es hat nicht gefruchtet." Als Priesterin, die aufs Zusammenspiel ausgelegt ist, habe Sharialár meist allein umherziehen müssen. "Ich spiele vielleicht mal eine Jägerin", sagt sie. "Da bin ich auf keinen anderen angewiesen und kann Leder für Gold verkaufen." Auch andere scheinen müde, sich mit Anderen Auseinandersetzen zu müssen. So sind die Ex-Erben Tabor, Letis, Assoll und Bloodstained allesamt gildenlos.

Pazrafal bleibt

Gegen Pazrafals Stab hat der untote Skelettschinder keine Chance.

Charna, die viel mit der druidischen Partnergilde des Erbes spielt, als Priesterin aber nicht Mitglied werden darf, bleibt. Ich selbst fühle mich verpflichtet, mein Treuegelübde zu halten, auch wenn andere sich abwenden. Doch das geschäftige Miteinander der Anfangszeit ist vergangen. Es gibt keinen TeamSpeak-Kanal mehr, in den ich mich einloggen könnte. "Error", sagt eine strenge Frauenstimme, wenn ich es versuche. Nach den Gildentreffen bin ich oft allein unterwegs und steige in weniger als einem Monat zehn Stufen auf. Schließlich erreiche ich die ursprüngliche Höchststufe 60. Die erste kostenpflichtige Erweiterung für "World of Warcraft", "The Burning Crusade" (BC), brachte eine Erhöhung der Levelgrenze auf 70. Doch mit der Erweiterung wurde das Aufsteigen abermals langwieriger: Für einen Aufstieg von Stufe 59 auf 60 braucht es 209.800 Erfahrungspunkte, für Stufe 61 müssen es schon 494.000 sein.

Veröffentlicht: 09.09.2007
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