Medien Monitor

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DruckenWenn Medien im Museum landen

Alles andere als verstaubt: Journalist Manuel Bödiker, unter anderem Autor für Spiegel online, hat sich in seiner Diplomarbeit mit über 50 Kommunikations- und Medienmuseen in Deutschland beschäftigt. Werfen Sie dort doch mal einen stressfreien Blick auf Ihre eigene Branche - vom Buchdruck über Schreibmaschinen, Rundfunk und Filme bis zur Kommunikation der Zukunft.

Vieles ist aus dem Gebrauch gekommen, doch verstaubt sind Kommunikationsmedien deshalb noch lange nicht.

Eichstätt. Als "museumsreif" werden im Sprachgebrauch Dinge bezeichnet, die angestaubt, "in heutiger Zeit völlig unüblich geworden oder aus dem Gebrauch gekommen sind". So formuliert es zumindest der Duden. Dinge, die aus einer früheren, rückständigen Epoche stammen und für deren Benutzung man in der modernen Welt bestenfalls belächelt wird. Dinge, die nicht mehr "up-to-date" sind. Vor diesem Hintergrund mag man Museen mit Ritterrüstungen, Pferdekutschen und vielleicht noch der Dampfmaschine als Vorboten der Industrialisierung verbinden. Aber mit "Medien" und "Kommunikation", den Schlüsselbegriffen der Informations- und Mediengesellschaft, will das zunächst nicht zusammenpassen.

Heinz Nixdorf und die Post

Da aber Museen die Interessen der Besucher immer stärker berücksichtigen müssen und deren Alltag seit Mitte der 80er Jahre von den elektronischen Medien geprägt ist, untersuchte Manuel Bödiker, Absolvent des Studiengangs Journalistik an der Universität Eichstätt, wie die Medialisierung der Gesellschaft heute von den Museen aufgearbeitet wird. Unter dem Titel "Kommunikations- und Medienmuseen in Deutschland: Angebot - Konzeptionen - Nutzung" kam Bödiker in seiner Diplomarbeit zu dem Ergebnis: Zum einen verwenden Museen neue Medien, um die Inhalte ihrer Ausstellungen zu vermitteln. Zum anderen sind in den vergangenen Jahren über 50 bemerkenswerte Museen entstanden sind, die sich explizit den Themen "Kommunikation" und "Medien" widmen.

Eines der größten Museen Deutschlands: Das Heinz Nixdorf Museumsforum in Paderborn.

Zu den herausragenden Beispielen gehört das Heinz Nixdorf MuseumsForum, das 1996 als größtes Medienmuseum Deutschlands in Paderborn eröffnete. Die Ausstellung stellt auf 6000 Quadratmetern die Kulturgeschichte der Informationstechnik von der Erfindung der Schrift bis zur Computertechnik des 21. Jahrhunderts dar. Im Jahr 2000 entstand in Berlin aus dem früheren Reichspostmuseum das Museum für Kommunkation. Statt sich auf die Geschichte der Institution Post zu beschränken, stellt es umfassend die Geschichte der Kommunikation dar. Im Vordergrund stehen dabei, wie sich der Umgang mit Zeichen und Medien gewandelt hat. Diesen Ansatz verfolgen auch mit drei weitere Museen für Kommunikation in Frankfurt, Hamburg und Nürnberg. Schließlich ist seit 2004 im saarländischen Wadgassen das Deutsche Zeitungsmuseum mit einer neu konzipierten Ausstellung zugänglich. Darüber hinaus gibt es viele kleinere, oft privat oder vereinsrechtlich geführte Museen, in denen Zeitungs-, Film- und Rundfunkliebhaber in bescheidenerem Rahmen, aber mit großem Engagement, versuchen, ihr Hobby dem Besucher zu vermitteln.

Anregung zur Selbstreflektion

So verschafft Manuel Bödiker in seiner Diplomarbeit (Einsicht über die Universität Eichstätt möglich) einen systematischen Überblick und klärt grundlegende Fragen zu Angebot, Konzeptionen und Nutzung der Kommunikations- und Medienmuseen. Hier veröffentlichen wir die bislang einzigartige Liste der Museen. Nutzen Sie die Ausstellungen zur Selbstreflektion Ihres Berufes, als ungezwungene Auseinandersetzung mit Ihrer Branche, als Reise in die Vergangenheit oder einfach als unterhaltsames Ausflugsziel. Denn was man kennt, da fühlt man sich bekanntlich am wohlsten ...

Manuel Bödiker: Kommunikations- und Medienmuseen in Deutschland: Angebot - Konzeptionen - Nutzung. Diplomarbeit im Fach Journalistik. Eichstätt, 2004.

Schauen Sie ins Inhaltsverzeichnis der Diplomarbeit.

Ein Blick ins Heinz Nixdorf Museumsforum

Klicken Sie sich durch die Bildergalerie des Heinz Nixdorf Museumsforums in Paderborn - eines von 50 Beispielen für Kommunikations- und Medienmuseen in Deutschland.

Text: Manuel Bödiker, Martin Gehr; Fotos: Jan Braun/Heinz Nixdorf MuseumsForum

Erstellt am: 01.03.2007, 17:02 Uhr
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http://www.medien-monitor.com/Wenn-Medien-im-Museum-landen.348.0.html



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