Warum kann ich mir nicht selbst genug sein?
Vorbilder können einen leiten, eine Orientierung sein und helfen zu sich selbst zu finden. Aber ab wann wird die Selbstfindung zur Selbstzerstörung? Ob ein kurzlebiger Popstar aus der Retorte oder eine Kultfigur die noch Generationen später nichts von ihrem Status eingebüßt hat. Einmal so sein wie sie, so aussehen wie sie, geliebt werden wie sie. Womöglich ist das Leben anderer wirklich besser als das eigene, vielleicht verkauft sich dieser Mythos auch nur besser. In andere Körper schlüpfen, andere nachahmen, nicht immer ist dies nur ein heimlicher Wunsch.
Nach Irgendwas muss man sicher streben, aber muss man auch nach Irgendwem streben? Die Verlockung wird täglich angeboten. Als Idol verkaufte Popstars, kreischende, fanatische Fans, ein alltägliches Bild was in jedem Boulevard-Magazin einem entgegen springt. Vielleicht ist man ja nicht normal, wenn den ganzen Zirkus nicht mitmacht, wenn einen nicht interessiert, was in de neusten InTouch steht und keine Kindheitserinnerungen an Boygroup-Konzerte hat.
In wie weit sind Vorbilder aus psychologischer Sicht notwendig? Braucht jeder sein Idol? Welche soziologische Bedeutung haben Vorbilder? Welche Sehnsüchte stehen hinter Schönheitsidealen? All diesen Fragen versuche ich in den nächsten Tagen und Wochen hier auf den Grund zu gehen.
