Vom Skandalrapper zum Händchenhalter
Sido ist schon lange kein Schreck mehr für Schwiegermama: Ohne Maske, dafür mit Brille hält er weinerlichen Teenies bei den "Popstars" das Händchen. Im Interview erklärt der Rapper, warum er dennoch "real" ist.
Der Maskenmann schafft es seit über vier Jahren - nämlich seit seiner ersten Single "Mein Block" 2004 - in den Medien präsent zu sein. Welche Figur er dabei macht, ist umstritten. Viele Leute hassen ihn, viele lieben ihn, doch das superintelligente Drogenopfer bleibt immer im Gespräch: So zum Beispiel als Fahrer bei Stefan Raabs Wok-WM oder als Experte in der ARD-Talkshow "Menschen bei Maischberger".
Die persönliche Entwicklung des 28-Jährigen spiegelt sich dabei sehr deutlich in seinen Alben wider: Sein erstes Solowerk "Maske" war noch stark von Hasstiraden, Drogen und der Schilderung des harten Alltags in der Berliner Unterwelt geprägt. Mittlerweile hat sich Sido alias Paul Würdig aber zu einer Art moderner Sozialkritiker gemausert, der seine gesellschaftlichen Anklagen sprachlich geschickt verpacken und auf den Punkt bringen kann.
Im Telefoninterview zeigt sich der zweimalige Gold-Gewinner gewohnt ehrlich und spart nicht an Kritik – über das Niveau der Möchtegern-Popsternchen, über Campino, über die HipHop-Welt in Deutschland… Nur in Bezug auf seinen aktuellen Drogenkonsum hält sich der Rapper bedeckt: Das steht so im Vertrag mit "Popstars" festgeschrieben.
Ein Anruf bei Aggro Berlin...
Text und Audio: Stefan Burkard
Bild: Aggro Berlin

