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Unterwegs zu mir selbst

Reisen, fremde Länder kennen lernen, frei sein: Langzeit-Reisende leben ihre Träume – unterwegs. Sie brechen aus dem Bekannten aus, suchen das Weite, das Abenteuer. Weit weg von zu Hause beginnt das wahre Leben. Magnetisch zieht es die Globetrotter bis ans Ende der Welt. Das Fernweh brennt. Unstillbar.

Taj Mahal in Indien. Foto: Sixtus Reimann
Am Ziel der Träume: Das Taj Mahal in Agrar (Indien).

Arbeitsstelle aufgegeben, Wohnung vermietet, Rucksack gepackt: Die Langzeitreisenden fliehen zu Fuß, mit dem Motorrad oder Jeep aus ihrem Alltag, denn nichts ist ihnen verhasster als ein geregelter Tagesablauf und ein vorgezeichneter langweiliger Lebenslauf. Erlebnisse sind ihnen mehr Wert als Kohle, Karriere und Kaufhäuser. Die Aussteiger auf Zeit verzichten auf alles ab, was sie für überflüssig halten.

Es geht darum, seine Bedürfnisse zu reduzieren. Beim Wandern tragen sie alles, was sie zum Leben brauchen, auf dem Rücken: Schlafsack, Zelt, Kleidung, Nahrung. Und es geht darum, sich zu orientieren. Beim Kennenlernen anderer Kulturen erscheint Selbstverständliches plötzlich nicht mehr als selbstverständlich: Werte, Lebensweisen, Wirklichkeiten. Der Blick auf andere Normen und Normalitäten verändert den Blick auf das eigene Leben.

Das Fernweh brennt. Unstillbar.

Himalaya-Gipfel bei Kedarnath. Foto: Sixtus Reimann
Dem Himmel so nah: Himalaya-Gipfel bei Kedarnaht.

Langzeit-Reisende brechen aus der oft als erdrückend angesehenen Gesellschaft aus. Sie wollen das Unergründlichste der Welt ergründen: Sich selbst. Denn in einer übermächtigen Natur, in einer fremden Gesellschaft wird der auf sich allein gestellte Reisende auf sich selbst zurück geworfen. So führt das Suchen in der Fremde zum Finden in sich selbst. Zur Selbstfindung. Die Rückkehr in den Alltag fällt Langzeit-Reisenden oft schwer. Sie wollen meist schnell wieder weg. On the road again. Wo beginnt hier der Eskapismus? Ab wann wird Reisen zur Flucht, ab wann zur Sucht? Auf der Suche nach Antworten beginnt hier in den kommenden Wochen eine Reise in Gedanken – mit Suchtpotential.

Text: Anne Kynast
Fotos: Sixtus Reimann

Veröffentlicht: 10.06.2008
1 Kommentar
answer #1) andrea widdra - 28.03.2011 - 16:25

die fotos sind einfach schoen!man kann direkt fernweh kriegen.ich frage mich,ist es der sixtus reimann, der mit mir auf dem gadsa zur schule gegangen ist.falls ja,bitte melde dich!ich wuerde gern alles ueber deine reisen und abenteuer hoeren.beste gruesse.andrea

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