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Sport1 - Neue Marke, neue Ziele
Das Deutsche Sport Fernsehen (DSF) und das Online-Portal Sport1 verschmelzen ab morgen zur gemeinsamen Multimedia-Dachmarke Sport1. Mehr Programmqualität und Programmvielfalt soll die neue Marke bieten. Holt Constantin Medien, seit 2005 alleiniger Gesellschafter von DSF und Sport1, damit zum großen Schlag gegen die DSF-Kritiker aus?

- Steht das Logo der neuen Marke nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich für mehr Sport?
Diese bemängeln, dass das Sportfernsehen seinem Namen nicht gerecht wird: Call-in-Shows, viel Werbung und nächtliche Erotik-Clips nehmen zu viel Sendezeit ein, so lautet der Vorwurf. Dass dieser Vorwurf nicht ganz von der Hand zu weisen ist, zeigt ein Blick in die Vergangenheit des Senders: Formate, wie "Doppelpass - Die Krombacher Runde", in der Deutschlands Fußball-Experten ausführlich über die Entwicklung der Bundesliga philosophieren, sind aus dem sonntäglichen Vormittagsprogramm deutscher Fußballfans nicht mehr wegzudenken. Zudem gab das DSF mit seinen Sendungen in der öffentlichen Fußball-Diskussion stets eine Meinung vor, Formate wie die "Liga-Total-Spieltagsanalyse" und "Heimspiel - Der Fantalk" zeigen dies aktuell. Für den eingefleischten Fußball-Fan hat das DSF daher wohl die Nase vorn, auch vor der ARD mit seiner "Sportschau".
Ziel sind mehr als 1150 Stunden Live-Sport
Doch neben dem Fußball bot das DSF lange Zeit nur Magerkost. Programmlücken wurden mit der gefühlt hundertsten Wiederholung sportfremder Magazine, wie der DSF-Reportage oder Männer-TV, gestopft. Hinzu kam das DSF-Sportquiz, das montags bis freitags viel Sendezeit füllt, und Erotik-Call-in-Sendungen ab 23 Uhr, die einen Unterschied zwischen dem Programmangebot vom DSF und dem Sender Neun-Live teilweise schwer erkennen ließen.
Dieser Entwicklung entgegen stehen der Erwerb der Übertragungsrechte für die Handball- und Basketball-Bundesliga und die Erstverwerterrechte für die 2. Fußball-Bundesliga. Hinzu kamen im letzten Jahr die Rechte für die Rennen der Moto-GP-Serie, die regelmäßigen Live-Motorsport generieren.
Das DSF kann also auch "sportlich" und die neue Dachmarke Sport1 soll es den Kritikern nun noch stärker zeigen. "Mehr Programmqualität, mehr Programmvielfalt, Nutzung von Synergien im TV und Online und vor allem mehr Live-Sport" - das sind die Ziele, die sich die Programmverantwortlichen gesteckt haben.
Mehr als 1150 Stunden Live-Sport sollen in diesem Jahr gezeigt und damit eine Steigerung von etwa zehn Prozent gegenüber 2009 erreicht werden. Um die Attraktivität seines Programmportfolios weiter zu erhöhen, hat sich der TV-Sender Übertragungsrechte an der Eishockey-WM im Mai in Deutschland gesichert, überträgt live das WM-Eröffnungsspiel. Zudem zeigt der Sender in diesem Jahr die 14 Leichtathletik-Meetings der IAAF Diamond League.
Sport-Entertainment-Formate im Fokus

- Jörg Wontorra und Udo Lattek packen beim neuen Konzept mit an. Sie präsentieren ab Mai den WM-Doppelpass.
Auch die Berichterstattung über die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika soll ab Mai viel Platz in der besten Sendezeit einnehmen. In diesem Rahmen werden Sportmoderator Jörg Wontorra und Experte Udo-Lattek wieder den WM-Doppelpass präsentieren.
Neben mehr Live-Sport sollen in 2010 rund 20 Sport-Entertainment-Formate das Programm von Sport1 bereichern. Bereits im Januar starteten "Die Liga-Total-Spieltagsanalyse", das "Golf-Magazin" und "Turbo - Das Automagazin". Diese Formate sollen in ihrer Erstausstrahlung ein Volumen von 225 Stunden erreichen.
Zudem ließ Constantin Medien verlauten, dass durch die plattformübergreifende Nutzung von Inhalten im TV und Online auch das Angebot im Bereich Mobile erweitert werden könne: Mehr News, Videos und Live-Ticker auf den WAP-Portalen und zusätzliche iPhone-Apps zu weiteren Sportarten sowie entsprechender Videointegration. Darüber hinaus will Constantin Medien die Social-Media-Aktivitäten ausbauen: Über die eigenen TV-, Online- und Mobile-Plattformen hinaus werde Sport1 den Dialog über soziale Netzwerke wie Facebook, StudiVZ/MeinVZ oder Twitter forcieren.
