So testet die USK Spiele
Durchschnittlich 2000 Titel prüft die USK im Jahr. Um dabei den Überblick zu behalten, braucht es ein detailliertes Verfahren, bei dem neben dem Prüfgremium erst einmal die Tester der USK buchstäblich wichtige Rollen spielen.
Die Vorbereitung: Sobald ein Antragsteller, also der Hersteller des Spiels, sein Produkt zur Prüfung vorgelegt hat, gehen die Tester an die Arbeit. Sie spielen den Titel vollständig, speichern Spielstände und bereiten eine Gesamtpräsentation vor. Ihre neutrale Spielbeschreibung, in der sie selbst keine Altersempfehlung abgeben, soll dem Gremium später den Einstieg ins Spiel erleichtern.
Die Prüfung: Die Gutachter, die dann nach Berlin zur USK eingeladen werden, haben zum Beispiel als Pädagogen, Journalisten oder Mitarbeiter von Jugendämtern Erfahrung in der Kinder- und Jugendarbeit und sind weder in der Hard- noch Softwareindustrie beschäftigt. Gemeinsam mit den Testern steigen sie in das Spiel ein, diskutieren und bewerten es nach Jugendschutz und Strafrecht. Die Prüfung endet mit der begründeten Einordnung in eine der fünf Altersgruppen (ohne Altersbeschränkung, ab 6, ab 12, ab 16, keine Jugendfreigabe).
Die Freigabe: Der Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden, der am Prüfverfahren teilnimmt, übernimmt daraufhin die Altersfreigabe oder legt ein Veto ein. Wenn der Antragsteller die Altersfreigabe akzeptiert, erhält das Spiel sein Kennzeichen. Die Folge: Im Handel darf dieses Spiel nur gemäß der Altersfreigabe verkauft werden. Bei Verstoß drohen dem Händler Ordungsstrafen bis zu 50.000 Euro.
Text: Martin Gehr; Grafik: USK

