Medien Monitor - Online-Magazin für den aktuellen Medienjournalismus

SPD - Pakt mit den Kreativen

In der Medienpolitik bleibt die SPD ihren Grundsätzen treu. Sie will die soziale Absicherung von Künstlern verbessern und die Medienaufsicht bundesweit bündeln. Ihr größtes Projekt: ein Kreativpakt zwischen Politik, Wirtschaft und Künstlern.

Es ist eine Entwicklung, die schon unter Gerhard Schröder begann. Medien, die als Teil der Kultur Ländersache sind, sollten auch auf Bundesebene wieder an Bedeutung gewinnen. Gerhard Schröder schuf das Amt des Kulturstaatsministers neu, der für die Kultur- und Medienpolitik Deutschlands zuständig ist. Ein Kreativpakt soll nun Politik, Wirtschaft und Künstler an einen Tisch bringen, um über relevante Fragen zu sprechen - auf Bundesebene. Die Forderungen im Regierungsprogramm sind Teil dieses Pakts.

Prüfung einer Kulturflatrate

"Die Zukunft der Digitalisierung stellt uns vor neue Herausforderungen beim Schutz immaterieller Produkte und Guter. Wir brauchen einen vernunftigen Ausgleich zwischen Nutzerfreundlichkeit und den Rechten der Kreativen. Dabei werden wir im Rahmen des Kreativpaktes die Netzbetreiber und Internet-Service-Provider in den Dialog mit Rechteinhabern und Verwertungsgesellschaften einbeziehen. Wir setzen uns fur die Prufung einer Kultur-Flatrate ein."

Sozial und Demokratisch. Anpacken. Für Deutschland.
Das Regierungsprogramm der SPD

Das Internet hat es möglich gemacht: Filme, Bücher, Zeitungen und Musik können so gut wie unbeschränkt kopiert und weitergegeben werden - ohne dafür einen Cent zu bezahlen. Das schmälert nicht nur die Einkünfte von Verlagen und Produktionsfirmen. Auch die Urheber, die Künstler, Musiker und Autoren, verdienen deutlich weniger an ihren Werken als früher.

Die Kulturflatrate will zweierlei. Erstens soll das Kopieren von so genannten Werken aus dem Internet legalisiert werden, das ja ohnehin für einen großen Teil der Internetnutzer Alltag ist. Hierfür müsste das Urheberrecht verändert werden. Zweitens soll eine monatliche Abgabe eingeführt werden, die dann jeder Internetnutzer zahlen muss. Dieses Geld wird dann an die Rechteinhaber verteilt - als Ausgleich für die Nutzung ihrer Werke im Internet.

Erhaltung der Künstlersozialkasse

"Die soziale Absicherung von Kultur- und Medienschaffenden ist zentraler Bestandteil unseres Kreativpaktes. Wir werden die Kunstlersozialversicherung (KSV) als ein weltweit einzigartiges Modell erhalten und weiter stärken."

Sozial und Demokratisch. Anpacken. Für Deutschland.
Das Regierungsprogramm der SPD

Die Künstlersozialversicherung sichert Künstlern, zu denen auch Medienschaffende und Publizisten gehören, den Schutz durch die gesetzlichen Sozialversicherungen. Künstler sind meistens freiberuflich tätig und müssten daher eigentlich selbst für ihre soziale Absicherung sorgen. Sie verdienen aber meistens deutlich weniger als Selbstständige anderer Berufsgruppen. Daher haben sie durch die Künstlersozialversicherung die Möglichkeit, Sozialabgaben wie ein Angestellter zu bezahlen. Den Arbeitgeberanteil übernimmt die Künstlersozialkasse, die sich über staatliche Mittel und Abgaben der Verwerter künstlerischer Leistungen, wie Medienanstalten und Museen, finanziert.

Um die Künstlersozialversicherung gibt es allerdings immer wieder Diskussionen, da auch sie ihre Gegner hat. Erst im Sommer 2008 hatten mehrere Bundesländer eine Abschaffung der KSV gefordert. Wirtschaftsverbände unterstützen diese Forderung. Argumentation ist einerseits, dass Unternehmen durch die Abgabe unverhältnismäßig belastet werden. Denn sie müssen schon dann Abgaben zahlen, wenn sie ihre Internetseite von einem Webdesigner programmieren lassen. Außerdem fordern sie eine solche Regelung entweder für alle Selbständigen oder für niemanden. Die SPD zählt dagegen zu den Befürwortern der KSV.

Einrichtung einer Medienanstalt der Länder

"Wir wollen eine Medienordnung entwickeln, die den Erfordernissen der digitalen Welt gerecht wird. Wir wollen dabei die Vielfalt der Medien erhalten und Monopole und Konzentrationsentwicklungen verhindern. Als ein wichtiges Instrument halten wir deshalb die Einrichtung einer Medienanstalt der Länder fur unverzichtbar."

Sozial und Demokratisch. Anpacken. Für Deutschland.
Das Regierungsprogramm der SPD

Eine Medienanstalt der Länder ist eine Forderung, die schon seit längerem immer wieder laut wird. Hintergrund ist die föderal organisierte Aufsicht über die deutschen Medien, die nach Meinung vieler nicht mehr zeitgemäß ist. Innerhalb der öffentlich-rechtlichen Anstalten kontrollieren Gremien die Arbeit, diese werden wiederum von den Staats- und Senatskanzleien der Länder beaufsichtigt. Der private Rundfunk wird rechtlich von den Landesmedienanstalten kontrolliert. Die Länder sind in Deutschland damit für die Vielfaltsicherung in ihrer Region alleine zuständig.

Doch die Deutsche Medienlandschaft verändert sich durch Digitalisierung und das Internet. Durch digitale Übertragungswege wird die Auswahl an Programmen für den Zuschauer immer größer - und somit wächst für private Anbieter die Möglichkeit, deutschlandweit auszustrahlen. Auch das Internet hält sich nicht an Ländergrenzen. Eine deutschlandweite Aufsicht gibt es allerdings nur begrenzt. Eine Medienanstalt der Länder soll eine bundesweite Instanz sein, die sich Entscheidungen annimmt, die über die Ländergrenzen hinweg von Belang sind.

Text: Christine Elsaeßer
Teaserfoto und Foto: SPD

Veröffentlicht: 22.09.2009
Bitte gib hier die rechts gezeigte Zahl ein. Dies dient zur Abwehr automatisierter Einträge. CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn du die Zahl nicht lesen kannst, hier klicken.
Hinweis: Kommentare werden moderiert.


Pflichtlektüre

Eldoradio

DO1 TV

Journalistik Journal

Köpfe & Karrieren | Trends & Technik | Kritik & Kurioses | Spezial | News | Blog
 Suche | Newsfeeds | Redaktion | Impressum