Interview
SHIT LOOK AT THAT!!!
SLAT! Genau darum geht es im Kampf um Klicks: So genannte "Shit Look At That"-Momente, die beim User ein Aha-Erlebnis auslösen sollen. Marcus Bösch zufolge hinken deutsche Medien auf diesem Gebiet hinterher. In der wöchentlichen Radiosendung "Blogschau" für die Deutsche Welle beschäftigt sich der ausgebildete Hörfunk-Journalist mit neuen Medien und deren Anwendung im Netz. Im Audio-Interview mit Medien Monitor erklärt Bösch, warum sich das Profil der Journalisten verändert — und auch verändern muss.

Medien Monitor: Herr Bösch, seit die Medien im Netz sind, müssen sie mit einer Vielzahl "unprofessioneller" Journalisten wie etwa Bloggern konkurrieren. Wird eine starke Technik-Affinität für Journalisten unumgänglich sein, um in Zukunft im World Wide Web mithalten zu können?
Wie wird sich Ihrer Meinung nach das Anforderungsprofil an den Journalisten verändern und auch verändern müssen, um "up to date" zu bleiben?
Wird es dann einen Bruch zwischen der älteren und jüngeren Generation — auch unter den Journalisten — geben?
Wie stellen Sie sich prinzipiell eine gelungene journalistische Produktion im Internet vor? Gibt es eine grobe Schablone, mit der man auf der "sicheren Seite" steht?
Sie schreiben in einem Blogeintrag von so genannten "SLAT-Momenten": Es wird also immer wichtiger, den Usern etwas zu bieten, was sonst niemand hat, beispielsweise richtig gute Bilder oder Videos. Gerät da die eigentliche Aufgabe des Journalisten — also die Informationsvermittlung — nicht Stück für Stück in den Hintergrund?
Wie stark wird sich der "Journalist der Zukunft" auch optisch verändern — wird der Block zukünftig durch einen Blog ersetzt und das Handy im Mittelpunkt der Berichterstattung stehen? Konkret gefragt: Können Sie sich vorstellen, dass es in Deutschland schon in naher Zukunft mehr Reporter geben wird, die nur mit einem Handy "bewaffnet" berichten werden, also so genannte "field reporters", wie sie in den USA schon jetzt häufiger eingesetzt werden? Und könnte dieser Trend dann schon bald zum neuen journalistischen Standard werden?
Wie werden sich die technischen Neuerungen auf die klassischen Medien auswirken — gibt es eine friedliche Koexistenz oder einen knallharten Verdrängungskampf?
Ihrer Meinung nach hinkt Deutschland im medialen Bereich den technischen Neuerungen weit hinterher. Liegt das vielleicht auch ein wenig an den Medienhäusern hierzulande?
Abschlussfrage: Würden Sie sich selbst als bedingungslosen Technik-Fan bezeichnen oder gab es auch schon technische Neuerungen, die Ihnen "zu viel" waren?
Vielen Dank für das Interview!
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Teaserfoto: Stefan Burkard
Profilfotos: Marcus Bösch


