Ärger um Gratis-App der Tagesschau
Berlin. Die ARD steht in der Kritik, weil sie ein Gratisprogramm der Tagesschau für das i-Phone und andere Smartphones produzieren will. Wie der öffentlich-rechtliche Sender vor wenigen Tagen bekannt gab, soll die neue Applikation (kurz App) noch vor Ostern 2010 auf den Markt kommen. Da dadurch eine direkte Konkurrenz für die ebenfalls seit kurzem erhältlichen, aber kostenpflichtigen Apps von Bild und Welt kompakt entstünde, warnte Axel-Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner vor negativen Folgen für deutsche Verlage. Unterstützung bekam er nun von Kulturstaatsminister Bernd Neumann.
"Der öffentlich-rechtliche Rundfunk sollte mit gebührenfinanzierten Angeboten nicht unnötig neue Geschäftsmodelle der privaten Anbieter gefährden", zitiert die Deutsche Presse-Agentur dpa aus einer Erklärung Neumanns. Private Medienanbieter bräuchten einen gewissen Spielraum für Marktentwicklungen, sonst werde das Nebeneinander von privaten und öffentlich-rechtlichen Medienanbietern für die Zukunft infrage gestellt. Es sei schon verwunderlich, dass die ARD ihr Gratisangebot vorgestellt habe, kurz nachdem Verlage ihr Bezahlmodell starteten, so Neumann.
Neben Döpfner und Neumann kritisierten auch der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger, der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger und der Bund der Steuerzahler (BdSt) die ARD-Pläne. "Zunächst müssen die öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehanstalten ihrem Auftrag gerecht werden; alles, was darüber hinausgeht, und dazu beiträgt, dass die Gebühren steigen, ist strikt abzulehnen", sagte BdSt-Bundesgeschäftsführer Reiner Holznagel. (chp)
