Medien Monitor - Online-Magazin für den aktuellen Medienjournalismus

Leserkommentar zur Einstellung der ONZ

"Neiiiii! Isch das schad!"

Das Aus der ONZ bewegte am Donnerstag (1. März) die Leserinnen und Leser. Eine von ihnen war Pia Ryser-von Matt, die ihre Gedanken als Leserkommentar auf der ONZ-Homepage hinterließ. Da die sonst bei Medien Monitor übliche Verlinkung auf die Quelle im Netz ins Leere laufen würde, geben wir hier den Kommentar im Wortlaut wieder.

"Trotz blendend schönem Wetter fühle ich eine grosse Traurigkeit. Die beste Zeitung nimmt Abschied. Zwei Jahre lang, vom 19. Februar 2010 mit der Konzeptausgabe bis heute, habe ich mich daran erfreut. Für mich hatte die Woche zwei wirklich gute Tage: Dienstag und Freitag, wenn jeweils die neue Ausgabe im Briefkasten lag. Ich habe alles durchgeblättert und bin gerne an den neuerdings grossen Geschichtsbeiträgen hängengeblieben. Auch kulturell kam ich auf meine Kosten. Wenn ich die Vorstellung selbst besucht habe, konnte ich nochmals die Veranstaltung Revue passieren lassen. Oder wenn ich etwas verpasst hatte, war ich dank der ONZ doch ausführlich darüber informiert. Und wenn ich dann auf etwas Neues so richtig "gluschtig" war, konnte ich noch auf der Online-Ausgabe den passenden Trailer dazu angucken. Ja, diese Wirtschaftlichkeit. Auch wir als fünfköpfige Familie hatten nur ein Abonnement und zwei unserer Jugendlichen begnügten sich mit dem ONZ-App, was natürlich auch kein Geld einbrachte, aber dafür sehr viel Sympathie.

Jetzt bereue ich es, dass ich Redaktor Christian Volken nicht sofort zu seinem vorbildlichen Kommentar vom 30. Januar 2012 "Respekt zuerst" gratuliert habe. Und auch, dass ich Autor Mike Bacher nicht mitgeteilt habe, dass ich durch seinen übersichtlichen Artikel zum "Justizfall Durrer" besser aufgeklärt bin über die Wirren der Zusammhänge der Justizwelt. Das allerschönste bei der ONZ ist, dass ihre Macher jeweils unbelastet von einem Kanton in den anderen gehüpft sind. Endlich war ich als Nidwaldnerin, die nun in Obwalden wohnt, auf meine Rechnung gekommen. Wer schreibt jetzt die Skiliftgeschichten zu Ende? Wer schaut jetzt kritisch der Firma Stratxx auf die Finger? Wer klärt mich über den Stand der Dinge beim Kantonsspital Obwalden auf? Wer verfolgt für mich die Versammlungen vom Hochwasser-Stollen der Sarneraa, wenn ich abends zu müde bin? Wer ist für mich dabei, wenn Sarnen den 10'000. Einwohner begrüsst? Wer berichtet über die tollen Sporterfolge von Röthlin und Co.? Ihr Zeitungsmacher wart es bis anhin. Und dafür danke ich Euch herzlich.

Ich mag die Autoren Ruedi Arnold, Barbara Whitby, Mike Bacher, Romeo Degiacomi, Melk von Flüe, Christoph Riebli, Barbara Rüfenacht, Birgit Scheidegger, Daniel Stocker, Beat Rechsteiner, Francesco Welti und all die, die ich noch vergessen habe. Sie haben in meiner Sprache und für mein Verständis geschrieben. Vielen, vielen Dank.

Pia Ryser-von Matt, Sarnen"

Veröffentlicht: 03.03.2012
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