1982 Flickaffäre
Damals erfuhr Hans Leyendecker von heiklen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und witterte einen Skandal, der das Vertrauen in die etablierten Parteien der Nachkriegszeit erschüttern sollte. Er brachte ans Licht, dass der Geschäftsmann Friedrich Karl Flick Spitzenpolitikern wie dem bayerischen Minister- präsidenten Franz Josef Strauß (CSU) und dem Bundeswirtschaftsminister Otto Graf-Lambsdorff (FDP) verdeckte Parteispenden gezahlt hatte. Vermutet wurde, dass sich Flick damit Genehmigungen für Steuergeschäfte erkaufen wollte.
1995 Steuerhinterziehung Peter Graf
Peter Graf, Vater und ehemaliger Manager des Tennis-Profis Steffi Graf, hatte jahrelang Steuern im Millionenumfang aus den Einnahmen seiner Tochter hinterzogen. Im Spiegel berichtete Hans Leyendecker über die Ermittlungen zur Steuerhinterziehung. Peter Graf erhielt eine Gefängnisstrafe.
1999 CDU-Spendenaffäre
Der Waffenhändler Karlheinz Schreiber hatte der CDU Millionenbeträge zukommen lassen, die auf schwarze Konten flossen und nicht als Parteispenden veröffentlicht wurden. Damit wollte sich Schreiber die Zustimmung für Waffengeschäfte kaufen. Schien zunächst nur der damalige CDU-Schatzmeister Walther Leisler Kiep involviert, stolperten später unter anderem auch der damalige CDU-Chef Wolfgang Schäuble und Ex-Kanzler Helmut Kohl über die Affäre. Bis heute hat Kohl die Namen der Spender nicht veröffentlicht. Selbst Hans Leyendecker sieht keine Möglichkeit, ohne Kohl an diese Namen zu kommen. Leyendecker hatte schon früh über die werdende Affäre aufgeklärt, in der Süddeutschen Zeitung, aber auch im Fernsehen. Zusammen mit Christoph Maria Fröhder produzierte er einen Film über die Verstrickungen von Walther Leisler Kiep.
2005 VW-Korruptionsaffäre
Auch hier arbeitete Hans Leyendecker viel mit Informationen der Staatsanwaltschaft, in diesem Fall der in Braunschweig. Und er konnte Insider überzeugen, ihm heikle Details zu nennen. Bei dem VW-Skandal ging es vor allem um die Bestechung von Betriebsräten durch so genannte "Lustreisen", aber auch um Tarnkonten für die Abwicklung von Geldern für den VW-Konzern. Inzwischen wurde unter anderem der Ex-Personalvorstand Peter Hartz wegen seiner Verwicklung in die Schmiergeld-Affäre zu einer Berufungs- und einer Geldstrafe in Millionhöhe verurteilt. Hartz hatte vor Gericht gestanden, dem ehemaligen VW-Betriebsratschef Klaus Volkert Sonderzahlungen gewährt zu haben.
2006 Siemens-Schmiergeldskandal
Auch diesmal sprach Leyendecker mit Insidern und brachte haarsträubende Details über Schmiergeldzahlungen bei Siemens ans Licht. Mit dem Geld wollte sich der Konzern Aufträge im Ausland sichern. Es flossen Gelder an Politiker und Spitzen-Manager, wie Leyendecker berichtete.
Mit spitzen Worten verurteilte er die kriminellen Machenschaften in den Konzernen in einem Kommentar. Der SZ-Redakteur beklagt: "Die Korruption in Deutschland blüht." Hans Leyendecker fasste später seine Informationen zu diesem und weiteren Wirtschaftsskandalen in seinem neuesten Buch "Die große Gier" zusammen, das im September erschienen ist. Darin fordert er eine neue Moral in der Wirtschaft.

