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DruckenKriminalität macht auch vor SL nicht Halt

Zwei Deutsche, die in Second Life Kinderpornografie angeboten haben, sind identifiziert und aus der virtuellen Welt verbannt worden. Ihnen drohen Haftstrafen bis zu fünf Jahren. Doch das ist längst kein Einzelfall mehr. Mit dem so genannten "Age Play" ist Missbrauch in SL zum Unterhaltungsfaktor geworden. Cyber-Cops ermitteln.

Die virtuelle Kriminalität nimmt zu. Davon bleibt auch Second Life nicht verschont. Am vergangenen Dienstag identifizierte die Staatsanwaltschaft Halle nach Angaben der dpa einen 54-jährigen Mann und eine 27-jährige Frau, die in SL mit kinderpornografschen Aufnahmen handelten. Das ARD-Politmagazin "Report Mainz" hatte den Fall kürzlich aufgedeckt. Wie Robin Harper, Vizepräsidentin der SL-Betreiberfirma Linden Lab mitteilte, seien die Teilnehmer daraufhin permanent aus Second Life verbannt worden. "Genau wie im Internet sind einige darauf aus, nun auch das 3D-System zu missbrauchen. Linden Lab ist moralisch gegen Kinderpornografie und hat absolut null Toleranz dafür", sagte sie in einem offiziellen Statement. Das Delikt kann mit drei Monaten bis fünf Jahren Haft bestraft werden.

Die Staatsanwaltschaft, die das weitere Strafverfahren leitet, geht davon aus, dass Kinderpornografie in SL noch weitaus stärker verbreitet ist. So ergaben weitere Recherchen von "Report Mainz", dass so genanntes "Age Play" in der virtuellen Welt angeboten wird: Dabei handelt es sich um eine sexuelle Spielweise, bei der sich erwachsene Avatare virtuell als Kinder "verkleiden", um sich gegen Geld missbrauchen und vergewaltigen zu lassen. Bislang hat Linden Lab dies noch nicht verboten, da sich für SL offiziell nur Nutzer ab 18 Jahren registrieren dürfen. Ein Altersnachweis wird aber derzeit nicht verlangt. Die Staatsanwaltschaft will daher überprüfen, ob Kinder und Jugendliche Zugang zu solch pornografischen Inhalten haben. Auch das bayerische Landeskriminalamt hat die virtuelle Welt ins Visier genommen. Netzwerkfahnder, so genannte Cyber-Cops, überwachen seit einiger Zeit stichprobenartig die Vorgänge in SL.

Text: Stefan Stöckmann, Martin Gehr

Erstellt am: 17.05.2007, 13:00 Uhr
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http://www.medien-monitor.com/Kriminalitaet-macht-auch-vor-S.445.0.html



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