Interview
Krieg ist sein Geschäft
Er dreht Filme an Orten wie Somalia, Afghanistan, Irak oder Pakistan. Es gibt kein Land, das Ashwin Raman, Träger des Deutschen Fernsehpreises, nicht zu gefährlich wäre. Im Interview mit "Medien Monitor" erzählt er von seinen abenteuerlichen Dreharbeiten, den Schwierigkeiten, mit denen Dokumentarfilmer zu kämpfen haben, und warum er den Großteil der Auslandsberichterstattung für dilettantisch hält.

- Ein-Mann-Team an der Front: Ashwin Raman, Träger des Deutschen Fernsehpreises
Sie sind ein weitgereister Mann und drehen Filme in Ländern, in die sich die meisten Journalisten nicht im Traum hintrauen würden. Wo genau haben Sie schon Dokumentarfilme gemacht?
In sehr vielen Ländern. Ich habe zum Beispiel in Afghanistan, Irak, Somalia, Pakistan, Uganda, Nicaragua, El Salvador, Indien, Bangladesh, Kenia und auch in den USA Filme gemacht.
Sind Sie ein Idealist?
Ich würde niemals einen Film über ein Thema machen, das mich nicht bewegt. Ich habe immer das Bedürfnis, authentische Sachen anzubieten. In diesem Sinne bin ich ein Idealist, ja.
Sie gehen mit Ihrer Kamera immer sehr nah ran, filmen manchmal direkt von der Front. Haben Sie denn keine Angst vor dem Tod? Was geht in Ihnen vor, wenn Sie im Kugelhagel filmen?
Im Kugelhagel habe ich noch nie gefilmt. Ich bin ein paar Mal ungewollt im Kreuzfeuer gewesen, aber mit etwas Entfernung kann man ja drehen. Man hat ja auch die Möglichkeit, den Zoom der Kamera zu nutzen. Ich bin auch nie nach dem Motto verfahren, dass die Story wichtiger ist als mein Leben. Niemals. Das ist es nicht wert.
Wie gehen Sie emotional mit all den Toten und Verletzten um, die Sie im Rahmen Ihrer Dreharbeiten in Ländern wie Irak, Somalia oder Afghanistan sehen? Können Sie nachts noch ruhig schlafen?
Ich mache mir immer Gedanken, vor allem bei jungen Leuten. Ich stelle mir immer vor, welchen Hintergrund der junge Mann hat, der da jetzt erschossen liegt, ob er eine Familie hat, die jetzt trauert.
Mehr nicht? Schockiert Sie das nicht?
Wenn man vor Ort ist und in so einer Situation dreht, ist man so beschäftigt mit dem Filmen, dass man die Ereignisse um einen herum nicht so emotional wahrnimmt. Man dreht und macht seine Arbeit. Es ist wie ein Arzt, der operiert. Er muss sich darauf konzentrieren, was er zu tun hat. Er darf sich nicht von dem Blut ablenken lassen. Genauso ist das bei meiner Arbeit. Ich sehe mein Umfeld durch den Sucher und ich bin damit beschäftigt, meinen Film zu drehen.
Und Ihre eigene Sicherheit?
Ich muss auch auf meine eigene Sicherheit achten. All diese Sachen lenken mich aber von dem Schrecken ab. Wenn ich dann wieder zurück bin, denke ich natürlich an diese Ereignisse, aber es ist meine Pflicht, den Leuten hierzulande zu zeigen, was dort passiert. Das versuche ich zu vermitteln.
Was ist Ihr Antrieb, Filme an Orten zu drehen, wo Mord und Totschlag regieren? Brauchen Sie das Adrenalin?
Nein, um Gottes Willen. Überhaupt nicht. Es hat etwas mit meiner Herkunft zu tun. Ich stamme aus Indien, und da Indien so nah dran ist an Afghanistan und Pakistan, habe ich, als die Russen in den 80er Jahren in Afghanistan einmarschierten, von dort aus berichtet. Ich beherrsche die Sprache der Afghanen und konnte deshalb von dort aus arbeiten.
Und so wurden Sie zum Kriegsreporter?
Im Journalismus ist es so, dass man irgendwann einen Stempel abbekommt, und mein Stempel war danach "Kriegsberichterstatter".
Wollten Sie nie Filme über andere Themen drehen?
Ich muss ganz offen gestehen, dass ich gerne auch andere Filme machen würde, aber ich habe nun mal den Ruf, Kriegsberichterstatter zu sein, und deshalb bekomme ich nur solche Themen verkauft. Außerdem ist auch gar kein Platz für andere Geschichten im Fernsehen.
Wie oft waren Sie bei Ihren Dreharbeiten in konkreter Lebensgefahr?
Wenn man so will, war ich bei jedem Einsatz in Lebensgefahr. Oft weiß man das ja gar nicht, sondern erfährt es erst hinterher. Ich habe es nicht gezählt, aber es waren viele Male. Oft ist es Glück gewesen, dass ich noch mal davongekommen bin.
In welchem Land war es am gefährlichsten?
Das gefährlichste Land, in dem ich je gewesen bin, ist Somalia. Dort gibt es keine Regierung, es herrscht die totale Anarchie. Rohe Gewalt überall, Tag und Nacht, es wird ständig geschossen, und man weiß überhaupt nicht, wer gerade gegen wen kämpft. Dort muss man schon ein bisschen Glück haben, heil zurückzukommen.
Gehen Sie mit einem bestimmten Storyboard an eine Geschichte ran oder fahren Sie einfach hin und sehen, wie sich die Dinge ergeben?
Als ich vor kurzem in Afghanistan war, hatte ich die konkrete Idee im Kopf, zu zeigen, was die Bundeswehr in den vergangenen zehn Jahren erreicht hat. Wo stehen wir heute nach zehn Jahren Krieg? Das war mein Ziel.
Und wie haben Sie es konkret realisiert?
Um das zu zeigen, musste ich den Alltag der Soldaten drehen. In diesem Sinne hatte ich schon eine Idee, aber noch keine Story. Vor Ort zeigt es sich dann, was es sonst so gibt. Ich fahre nie mit einer Art Drehbuch im Kopf an einen Ort. Ich denke nach über Aspekte, die vielleicht wichtig wären. Aber nur ganz grob, ohne Storyboard.
Wie hoch sind die Budgets für Ihre Dokumentarfilme?
Das ist ganz unterschiedlich. Für eine halbe Stunde Sendezeit wird zwischen 30.000 und 45.000 Euro bezahlt und für einen 45-minütigen Film vielleicht 60.000 Euro. Es ist ein bisschen wie auf einem Basar. Damit muss man dann aber einen komplett sendefähigen, vertonten Film produzieren. Die Kosten sind sehr hoch.
Für was geht das Geld drauf?
Man zahlt davon die Reisen, Bodyguards, Bestechungsgelder und was man vor Ort sonst noch braucht. Man muss an den Drehorten oft viel Schmiergeld bezahlen. Viele Leute verlangen Geld für ihre Hilfe. Das kann man dann in Deutschland gar nicht abrechnen. Das ist auch ein großes Problem, mit dem Finanzamt zum Beispiel. Mehr als 50 Prozent der Gelder gehen in die Produktion.
Bekommen Sie im Vorfeld ein Budget, mit dem Sie die Kosten bestreiten müssen, oder wird alles im Nachhinein erstattet?
Man bekommt eine bestimmte Summe, um einen Film zu realisieren, und mit diesem Geld muss man auskommen. Mit dem Geld und keinem Pfennig mehr. Was ich mit dem Geld dann mache, ist meine Sache. Aber ich muss einen fertigen Film abliefern. Das ist das einzige, was die Sender interessiert.
Was bleibt nach Abzug aller Kosten bei Ihnen im Schnitt hängen?
Von einem Budget von 45.000 Euro bleiben am Ende vielleicht 10.000 Euro oder etwas mehr übrig. Aber nicht viel mehr.
Wie viele Monate sind Sie mit einer Produktion beschäftigt?
Mindestens ein halbes Jahr. Man benötigt Zeit und Planung - und hinterher die ganze Postproduktion. Das ist schon sehr viel Arbeit.
Die meisten Ihrer Filme haben Sie im Ausland gedreht. Was halten Sie von der Auslandsberichterstattung in den deutschen Medien?
Es ist eine große Misere. Ich finde die Auslandsberichterstattung sehr schlecht. Sie ist amateurhaft und dilettantisch.
Woran liegt das?
Die Auslandskorrespondenten werden oft nicht nach Qualifikationen ausgesucht. Wenn ein guter Mann beim SWR ist, der Afrika kennt, bekommt er die Position nicht, weil der SWR nunmal ausschließlich für die arabischen Länder zuständig ist. Ein anderes Beispiel: Ein Auslandskorrespondent, der in Delhi sitzt, muss über ganz Südostasien berichten. Dazu noch über Afghanistan, Pakistan und Bangladesh. Das ist einfach unmöglich. Manche Korrespondenten können nicht mal richtig Englisch sprechen, was ja eine Mindestvoraussetzung wäre. Aus diesen Gründen ist die Qualität entsprechend schlecht.
Bekommen die deutschen Zuschauer dann überhaupt ein vollständiges Bild der Geschehnisse auf der Welt vermittelt?
Sehr viele Themen kommen überhaupt nicht zur Geltung. Es ist doch zum Beispiel ein Skandal, dass es keinen ARD-Korrespondenten in Afghanistan gibt, wo 5000 deutsche Soldaten stationiert sind. Und wenn es Berichterstattung über Afghanistan gibt, wie sieht die aus? Gibt es einen Anschlag, wird darüber sehr oberflächlich berichtet. Es ist eine Art Hofberichterstattung oder "Bundeswehrberichterstattung".
Wie haben sich die Produktionsbedingungen und Absatzchancen für Dokumentarfilme in den letzten Jahren entwickelt? Ist es schwieriger geworden, den Sendern Dokumentarfilme zu verkaufen?
Früher gab es ja nur die drei öffentlich-rechtlichen Programme. Mit der Ankunft der privaten Programme hat sich die gesamte Medienlandschaft geändert. Dazu kommen noch die neuen Technologien. Heute kann jeder Filme machen, der eine Digitalkamera hat. In diesem Sinne sind die Produktionsmöglichkeiten viel günstiger geworden. Man kann zum Beispiel solange drehen wie man will, während man früher aus Kostengründen darauf achten musste, nicht zuviel Rohmaterial zu benutzen. So gesehen ist es einfacher und günstiger geworden.
Gilt das auch für die Absatzchancen der Filme?
Das gilt nicht für die Verkaufsbedingungen von Dokumentarfilmen. Das ist sehr viel schwieriger geworden. Es gibt weniger Sendeplätze, das gesamte Programm ist belegt mit Spielfilmen, Serien, Talkshows oder anderen Banalitäten. Es gibt einfach wenig Platz für Dokumentationen.
Woran liegt das?
Die Herrschaften, die bei der Programmgestaltung was zu sagen haben, glauben, dass die Zuschauer das so haben wollen. Das stimmt aber nicht. Viele Menschen, die ich treffe, wollen lieber Dokumentarfilme sehen als diesen ganzen Mist. Aber diejenigen, die die Macht bei den Öffentlich-Rechtlichen haben, meinen, dass sie mit den privaten Sendern konkurrieren müssen.
Aber müssen sie das nicht, um die Gebührengelder zu rechtfertigen? Was bringt es, Programme zu produzieren, die dann doch keiner sieht?
In England sieht man das ganz anders. Die BBC glaubt nicht, in einen Quotenkampf mit Privatsendern treten zu müssen. Dort glaubt man, dass es ihre Aufgabe ist, die Zuschauer zu informieren. Das sollte eigentlich das Ziel öffentlich-rechtlicher Anstalten sein. Aber in Deutschland sehen sich die Öffentlich-Rechtlichen in einem Konkurrenzkampf mit den privaten Sendern, und im Quotenkampf können Dokumentarfilme nie so gut abschneiden wie leichtes Entertainment oder irgendwelche Shows. Das einzige, was zählt, ist die Quote.
Sie sind einer der erfolgreichsten Dokumentarfilmer Deutschlands und haben unter anderem auch den Deutschen Fernsehpreis gewonnen. Was würden Sie jungen Dokumentarfilmern raten? Was ist das Geheimnis Ihres Erfolges?
Viele junge Leute kommen und wollen Kontakte von mir. Aber jetzt mal ganz ehrlich: Welche Kontakte könnte ich vermitteln? Wenn ich jemanden an den SWR vermittle, bedeutet das ja nicht, dass dabei ein Auftrag rausspringt. Die Redakteure dort arbeiten nur mit Leuten, die sie kennen. Die wollen ja nicht, dass ihr Stuhl wackelt. Selbst ich muss für meine Filme kämpfen. Es ist nicht einfach.
Sie müssen für Ihre Aufträge kämpfen? Sie haben den Deutschen Fernsehpreis gewonnen! Reicht das nicht?
Ich sage Ihnen ganz ehrlich, dass die Quote meines Films, der am nächsten Montag (Anm. der Redaktion: So nah am Tod - Afghanistan in zehnten Kriegsjahr, ARD, 22.45 Uhr) läuft, darüber entscheidet, ob ich den nächsten Auftrag bekomme. Hat der Film keinen Erfolg, wird es nicht leicht. Die Gelder sind einfach nicht da. Der Bedarf ist nicht da. Die Sendung "Auslandsreporter" des SWR wurde abgesetzt. Wo sollen Auslandsreportagen überhaupt noch gesendet werden?
Das sieht ja düster aus. Was raten Sie dann jungen Dokumentarfilmern? Sich einen anderen Beruf zu suchen?
Ich rate jungen Leuten, die Träume in diese Richtung haben, eigene Filme unabhängig von einem Auftrag zu verwirklichen. Eine Videokamera kann sich heutzutage jeder leisten. Filme werden nicht mit Geld gemacht, sondern mit Ideen und Können. Ein gutes Produkt hat immer Zukunft. Man muss Qualität liefern, das ist der einzige Weg. Ich rate jedem, diesen Weg zu gehen und nicht zu hoffen, einen Auftrag von irgendeinem Sender zu bekommen. Das ist nicht realistisch. Das wird nicht passieren.
Sie sind ja ein richtiger Schwarzmaler.
Ich will nicht schwarzmalen, aber das ist wirklich der einzige Weg. Ich habe auch so angefangen. Für meinen vorletzten Afghanistan-Film An vorderster Front hatte ich keinen Auftrag. Keiner wollte mein Exposee haben.
Und dann sind Sie einfach auf gut Glück nach Afghanistan gefahren?
Ja, ich habe einfach trotzdem gedreht, dann das Material den Redakteuren gezeigt, und sie haben gesagt: "Okay, nehmen wir." Längst nicht alle meine Filme sind Auftragsproduktionen. Teilweise drehe ich einfach drauflos, weil ich an mein Thema glaube. Ich warte nicht darauf, bis sich die Herrschaften entschieden haben.
Sie sagen, dass die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen in den Sendern oft nicht einfach ist. War das schon immer so oder hat sich die Mentalität in den Sendern und in den Redaktionen verändert?
Ich habe Glück, dass ich mit guten Leuten zusammenarbeite. Aber es gibt eine Reihe von Leuten, die 08/15 sind, die nicht gut sind. Fachlich nicht, filmisch nicht. Leute, die nie in ihrem Leben Filme gemacht haben. Und diese Leute entscheiden darüber, was läuft, nehmen die Filme ab. Beim SWR habe ich das Glück mit guten Leuten zusammenzuarbeiten. Aber das sind leider Ausnahmen. Es gibt mehr schlechte als gute Leute in den Sendern, besonders in dem Bereich, in dem ich arbeite. Da gibt es Leute, wo man sich nur wundern kann, dass die für so was zuständig sind. Ich habe teilweise Sachen erlebt, die unglaublich sind.
Erzählen Sie...
In einem Irak-Film wollte eine Redakteurin unbedingt das Wort "Terroristen" benutzen. Ich sagte, dass uns diese Bezeichnung nicht zusteht, dass "Aufständische" die treffende Bezeichnung ist. Da geht es schon los. Man hat manchmal mit Leuten zu tun, die im Leben noch keinen Film gemacht haben, aber aus irgendeinem Grund, den ich nicht kenne, über solche Dinge zu entscheiden haben. Und von denen gibt es viele.
Kommen Privatsender als Auftraggeber nicht in Frage?
Die Privatsender haben die gesamte Medienlandschaft verpestet. Ihr Programm ist schlecht und oberflächlich. Das ist keine Alternative für mich. Ich habe auch nie versucht, denen irgendwas zu verkaufen.
Sie sind in Indien geboren, leben aber seit langer Zeit in Deutschland. 1972 waren Sie zum ersten Mal in der Bundesrepublik als Berichterstatter bei den Olympischen Spielen. Wie hat sich Deutschland seit Ihrem ersten Besuch vor fast 40 Jahren verändert?
Es ist ein großer Wandel passiert. 1972 war Hochkonjunktur. Es war so viel Geld da. Es war ein ganz anderes Land. Da hat man noch Menschen gesucht, die arbeiten wollen. Und jetzt sehen Sie ja, wie der Zustand ist. Hohe Arbeitslosigkeit und andere soziale Probleme. Das ist sicherlich der größte Unterschied im Vergleich zu damals.
Aber es gab doch bestimmt auch positiven Wandel, oder?
Es ist auch Positives geschehen. Die Welt hat sich verkleinert. Die Kulturen sind sich näher gekommen. Heute kann ich überall indische Lebensmittel kaufen und genau dieselben Dinge kochen, die ich in Indien kochen würde. Überall gibt es indische Restaurants. Die indische Kultur ist populär geworden, Bollywood-Filme zum Beispiel. Deutschland als ein eher introvertiertes Land hat sich etwas geöffnet.
Sie kommen auch noch immer regelmäßig zurück in Ihre indische Heimat. Wie hat sich Indien in dieser Zeit entwickelt?
Enorm. Ob man das aber wirklich "Entwicklung" nennen sollte, weiß ich nicht, denn Entwicklung bedeutet etwas Positives. In wirtschaftlicher Hinsicht hat sich Indien natürlich sehr entwickelt. Der Mittelschicht zum Beispiel geht es sehr gut. Die Reichen sind reicher geworden. Als ich früher nach Indien gereist bin, musste ich viele Dinge aus Deutschland als Geschenke mitnehmen, Schokolade zum Beispiel.
Und was nehmen Sie heute mit?
Jetzt muss ich mich fragen, was ich als Geschenk noch mitnehmen kann. Denn mittlerweile gibt es alles in Indien. Die Verfügbarkeit von Konsumgütern ist enorm gewachsen. Früher gab es in Indien zwei, drei verschiedene Automarken. Jetzt gibt es dieselben Marken wie in Deutschland. Volkswagen, BMW und Mercedes sieht man auch dort überall. In dem Sinne hat sich Indien sehr geöffnet. Früher gab es noch die Fünf-Jahrespläne nach sowjetischem Muster, und heute ist es eine offene Marktwirtschaft. Aber Indien ist noch immer ein armes Land, weil 80 Prozent der Menschen noch immer in einem der 600.000 Dörfer leben. Und denen geht es nicht so gut. Die Kluft zwischen Arm und Reich, Stadt und Land ist viel größer geworden. Genauso wie auch in Deutschland die Kluft größer geworden ist.
Was sind Ihre kommenden Projekte?
Ich werde über die Piraterie in Somalia einen Film machen. Über dieses Thema wird in Deutschland sehr oberflächlich berichtet. Piraterie ist in Somalia ein richtiges Business. Ich habe vor Ort Kontakte…
…und für dieses Thema doch bestimmt einen Auftrag bekommen.
Durch die Operation "Atalanta" (Anm. der Redaktion: Marine-Einsatz gegen Piraten) gibt es eine deutsche Beteiligung und daher besteht auch Interesse seitens der Sender. Trotzdem habe ich noch keinen Auftrag. Aber das ist mir erst mal egal. Am 4. Januar geht mein Flieger nach Somalia. Wenn ich keinen Auftrag bekomme, drehe ich trotzdem.
Herr Raman, vielen Dank für das Gespräch - und kommen Sie heil zurück aus Somalia.
Interview: Alexander Raphael Bauer, Foto: privat

Ein sehr eindrucksvolles Interview. Gute Arbeit!
Good job mkaing it appear easy.