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Heitere Burschen (Seite 3)

Eiko Lajcsak: "In einer belagerten Stadt kann man sich nicht jeden Tag den Bauch vollschlagen." Foto: Katja Reich
Eiko Lajcsak. Foto: Katja Reich

"Die essen in dem Text viel zu oft zusammen", kritisiert Marianne Schmidt Weißbecker. "In dem Moment hält immer die Geschichte an." "Mich stört das, weil ich immer das Bild einer belagerten Stadt vor Augen habe", sagt Lajcsak. "Und die schlagen sich dauernd den Bauch voll." "Wieso?", verteidigt Weißbecker seinen Text. "Es gibt schließlich nur Graupensuppe." Ein Aspekt des Essens und Trinkens gefällt dagegen Markus Ritter: "Mein Lieblingssatz ist: ‚Aus den vier düsteren Rächern war eine Runde heiterer Burschen geworden.’"

Markus Ritter schreibt nicht immer Fantasy. Seine Geschichten spielen meist in einem Science-Fiction-Universum, zurzeit arbeitet er an einer Space-Opera. Kein Wunder also, dass er für "Die Wächter von Göttingen" unter anderem eine Geschichte schrieb, in der ein Außerirdischer der Universitätsstadt einen Besuch abstattet. "Science Fiction ist schwierig", sagt er. "Man muss oft ein ganzes Universum aufbauen. Bei Fantasy hat man oft nur die klassische Tolkien-Welt mit Orks und so weiter." Bernhard Weißbecker dagegen kämpft mit den Personen in seinen Geschichten: "Meine Charaktere machen, was sie wollen. Jemand, der als Nebencharakter geplant war, wurde einmal im Laufe des Schreibens zur Hauptperson." Und Eiko Lajcsak hat ständig etwas zu schreiben dabei, damit er nichts vergisst, wenn ihm plötzlich ein Einfall kommt: "Meine Geschichte beschäftigt mich den ganzen Tag über."

Eiko Lajcsak über Science Fiction und Fantasy (24 Sek, 390 KB)

Bernhard Weißbecker: "Eine Katze auf dem Titel könnte Leserinnen auf uns aufmerksam machen!" Foto: Katja Reich
Bernhard Weißbecker. Foto: Katja Reich

Bis der Roman der SciFan Writer’s Group erscheint, bleiben noch einige Monate Zeit. Viel verraten möchten sie noch nicht: Göttingen, Siebenjähriger Krieg, französische Belagerung, eine lokale Legende über Hexen, die sich in Katzen verwandeln. Über das Cover machen sich die Autoren aber schon laut Gedanken. "Ich finde, auf dem Titel sollte eine Katze sein", sagt Weißbecker und schmunzelt. "Das bringt Leserinnen!" "Halbwüchsige Leserinnen!", wirft Drees ein. "Nein, dafür bräuchten wir Pferde auf dem Cover", kontert Weißbecker.

Markus Ritter: "Das ist kein halber Text, sondern ein Konzept mit Stichpunkten!" Foto: Katja Reich
Markus Ritter. Foto: Katja Reich

Nach zwei Stunden ist das Treffen vorbei. "Nächste Woche bringe ich den Entwurf zu meinem Text mit", sagt Markus Ritter. "Wir besprechen aber keine halben Texte", wirft Lajcsak ein. "Das ist kein halber Text, sondern ein Konzept mit Stichpunkten", kontert Ritter. Es bleibt dabei, in der nächsten Woche ist sein Konzept an der Reihe.

Die Gruppe verlässt den Raum, Lajcsak macht das Licht aus. An dem Flipperautomaten vorbei geht es zur Treppe, dann hinaus ins Göttingen des 21. Jahrhunderts. Dorthin, wo die Christians und Alexanders von heute studieren und wo noch immer der Botanische Garten steht, in dem im Roman der Gärtner ermordet wird.

www.scifan.de

"Die Wächter von Göttingen"

"Die Wächter von Göttingen" gibt es seit Februar 2008 im Handel. (Cover-Foto)
"Die Wächter von Göttingen" ist eine Anthologie, also eine Geschichtensammlung. Sie ist das erste Buch der SciFan Writer’s Group und erschien Anfang Februar 2008. Die Geschichten spielen um das Jahr 1400 in Göttingen, am Ende des Mittelalters. Eine fiktive Inquisition, die Custodes oder auch die "Wächter von Göttingen", wacht über den Gebrauch von Magie – "so, wie wenn man auf die Kinder aufpasst, damit sie sich nicht am Herd verbrennen", erläutert Eiko Lajcsak. "Aber sie sind liberaler, als die reale Inquisition es war." "Die Wächter von Göttingen" kostet 12,80 Euro und ist unter anderem erhältlich in südniedersächsischen Buchhandlungen oder im Internet unter www.stein-medien.de und www.amazon.de
Veröffentlicht: 14.06.2008
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