Medien Monitor - Online-Magazin für den aktuellen Medienjournalismus

Geld und Liebe

Die Beziehung zwischen freien Journalisten und ihren Redakteuren ist dem Vernehmen nach, zumindest aus Sicht der Freien, eine schwierige. Geprägt von Missverständnissen, zwischenmenschlicher Kälte und schlechtem Lohn - die Freien haben viel zu klagen. In der Not fantasieren sie sich ihren Traum-Redakteur herbei. Doch auch so mancher Redakteur würde sich gerne einmal seinen perfekten freien Mitarbeiter zusammenschustern. Wie dieses Dream-Team wohl aussehen würde?

Mein Traum- Redakteur:

  • Hat mich lieb.
  • Ist immer für mich da, wenn ich ihn brauche. Rund um die Uhr.
  • Trifft sich auch in seiner Freizeit (nach Redaktionsschluss!) mit mir und führt mich zum Essen aus.
  • Ist um mein Wohlbefinden besorgt.
  • Kennt meine familiären Verhältnisse und nimmt bei der Bezahlung Rücksicht darauf.
  • Bezahlt mehr.
  • Würde NIEMALS von mir erwarten, dass ich mich mit PR (Pfui!) über Wasser halte.
  • Macht mir häufig Komplimente über meine Professionalität.
  • Fragt in regelmäßigen Abständen nach, wie ich mit meinem Beitrag vorankomme. Schließlich will ER (oder SIE) ihn haben.
  • Soll mir über den Kopf streicheln, wenn mein Artikel gedruckt wurde und mir als Belohnung ganz viele Belegexemplare schicken. In Papier.

Mein idealer Freier:

  • Lässt mich in Ruhe. Vor allem nach Feierabend.
  • Liest meine Gedanken.
  • Kapiert, dass ich zu wichtig bin, um ihm das Händchen zu halten.
  • Kapiert außerdem, dass ich zu wichtig bin, um ständig telefonisch erreichbar zu sein.
  • Lässt mich mit seinen privaten Problemen in Ruhe.
  • Belästigt mich nicht mit überzogenen Gehaltsvorstellungen. Das geht mich nichts an und ist nicht meine Entscheidung.
  • Fängt nicht immer gleich an zu heulen, wenn ich das Wort PR in den Mund nehme.
  • Kriegt gerade Sätze auf die Reihe, sodass ich nicht die Hälfte meiner kostbaren Zeit mit Redigieren verbringen muss.
  • Hat Verständnis, wenn bei mir unwichtige Emails im Spam-Ordner landen. Soll er sich eben eine andere Emailadresse als hasimausi@gmx.de anlegen.
  • Sieht ein, dass er hier der Dienstleister ist und ich der Kunde. Behandelt mich entsprechend wie einen König. Lässt Serviceorientierung erkennen.
Wer sich ernsthaft für das Thema interessiert, kann hier die Ergebnisse einer Umfrage unter Freien abrufen.

Text: Maike Krause, Nora Schlüter

Zeichnungen: Nora Schlüter

Veröffentlicht: 10.11.2009
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