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Eskapismus im Glauben

Auch hier am Mamaew Kurgan in Wolgograd ist vor einigen Jahren eine neue Kirche entstanden.

An Weihnachten, vielleicht auch zu Ostern gehen viele Menschen in die Kirche. U-Boot-Christen könnte man sie nennen, diejenigen, die ein Mal pro Jahr, an bestimmten Feiertagen in einer Kirche auftauchen. Ich gehöre auch dazu. Für einige ist der Glauben aber ein Teil des Lebens oder das Leben selbst. Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute sind sie in der Nähe Gottes, sie leben im Kloster.

Warum haben sie dieses Leben gewählt? Was steckt dahinter? Und welche Ursprünge hat die enorme Kraft des Glaubens, so dass sie sogar atheistische Sowjetunion überlebte und sie scheint noch stärker geworden zu sein. Es werden immer mehr Kirchen in meinem Heimatland - Russland gebaut, immer mehr Menschen kehren zu dem in den Zeiten der Sowjetunion scheinbar verlorenen Glauben zurück.

Viele Pilger finden den Weg zu einem Kloster. Was kann das bedeuten? Das andere Leben, das Spirituelle, ist faszinierend und fremd zugleich. Bedeutet das Leben im Kloster eine Flucht in Glauben? Eindeutige Antworten gibt es dafür nicht. Eigene Regeln, eigener Rhythmus und viele Pilger, die das Geheimnis der orthodoxen Spiritualität für sich lüften möchten. Man nähert sich dem Geheimnis und kann es nie ganz luften. Die entfernte Nähe zieht aber trotzdem an. Ich habe auch so eine Reise im vergangenen Jahr gemacht, über die ich in den nächsten Tagen ausführlich schreiben werde.

Text: Aleksandra Ilina

Veröffentlicht: 27.03.2009
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