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Tagung

Die Zukunft des Lokaljournalismus

Redakteure der deutschen Tagespresse debattieren bis Freitag in Dortmund über die Perspektive der Lokalzeitungen. Neben Newsdesk, Twitter & Co. geht es vor allem um den Einfluss des Internets. Auch negative Seiten wie sinkende Auflagenzahlen und Stellenabbau in den Redaktionen werden nicht ausgeklammert.

Hält nichts von staatlicher Unterstützung für Zeitungen: NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers.

Dortmund. Bodo Hombach, Geschäftsführer der WAZ-Mediengruppe, gab eine Anekdote zum Besten und hatte die Lacher auf seiner Seite. Dabei ist das Thema ernst. Denn es geht um die Zukunft der Zeitung, genauer gesagt: um die Zukunft der Lokalzeitung.

Rund hundert Journalisten sind nach Dortmund zum 18. Forum Lokaljournalismus der WAZ-Mediengruppe der Bundeszentrale für politische Bildung gekommen, darunter viele, die bei einer Tageszeitung einen Chef-Posten inne haben. In den kommenden Tagen stehen Punkte wie die Zukunft des lokalen Newsdesks, innovative Geschäftsmodelle und Blogs sowie Twitter & Co. auf dem Programm. Immer unter dem Motto: Demokratie ohne lokale Tageszeitung gibt es nicht. Zum Auftakt im RWE-Tower drehte sich alles um die Frage: Wie wird es mit der Lokalzeitung weitergehen?

Alleinstellungsmerkmal: das Lokale

Zeitungsmacher sollen den lokalen Teil der Zeitung propagieren: Bodo Hombach.

Jedenfalls nicht mit der Staatsfinanzierung, betonte NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers. Das sei nicht die Aufgabe der Politik. "Wer guten Journalismus will, der muss für ihn werben", sagte er. In den Schulen sei der richtige Platz dafür, dort müsse Medienkompetenz erlernt werden. Und das zu fördern, sei auch Aufgabe der Regierung. "Die Lokalzeitung hat ein Alleinstellungsmerkmal", sagte Hombach. Denn Nachrichten aus dem Mantel könne der Leser sich überall herholen. Das sei bei lokalen Geschichten anders. Die könne nicht jeder bieten. Deshalb müssten die Zeitungsmacher die "Fürsprache für das Lokale erhöhen, den lokalen Teil der Zeitung propagieren" und sich stärker als bisher bei lokalen Ereignissen engagieren.

Es sind fallende Auflagenzahlen, Stellenabbau und die Konkurrenz durch das Internet, die Verlegern und Journalisten Sorgen bereiten. Ist da überhaupt noch Platz für die Lokalzeitung? Und wenn ja, wie muss sie in Zukunft aussehen? Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, gab einen ersten Ausblick: "Die Lokalzeitung muss stärker den Dialog mit den Lesern suchen, und sie muss einen Nutzwert für den Leser haben, indem sie Themen aus dem direkten Lebensumfeld aufgreift." Ein dritter Punkt: die Qualität. Sie könne aber nur mit entsprechenden Mitarbeitern erbracht werden. Die Verleger müssten aufhören, an dem Ast zu sägen, auf dem sie sitzen.

Text und Fotos: Maike Freund, Christin Otto, Nora Weis

Veröffentlicht: 28.01.2010
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