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Die Suche wird niemals enden

Wie verändert das Internet die Gewohnheiten bei der Partnerwahl? Welche Typen von Suchenden gibt es? Und wie stark verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Virtualität? Diesen Fragen bin ich während des Projekts auf den Grund gegangen. Die Ergebnisse waren für mich aufschlussreich.

Kerstin Artz

Die Menschen nutzen die Möglichkeiten des Internets, um sowohl die große Liebe, als auch Abenteuer zu suchen. Es ist eine ziemlich klassische Rollenverteilung zu erkennen: Die Frauen sehen auf den Profilfotos hübsch aus und warten auf die Zuschriften der Männer. Die wiederum sind möglichst reich und erfahren. Eine Studie belegt, dass Frauen nach Männern mit finanzieller Sicherheit und Männer nach attraktiven Partnerinnen Ausschau halten. Doch bietet das Internet nicht viel mehr?

Aus alten Ritualen fliehen

Dieses ritualisierte Balzverhalten könnte mit Hilfe des Internets endlich aufgesprengt werden. Suchende erhalten doch die einmalige Chance, zuerst den Charakter und dann den Körper und das Äußere eines Menschen zu entdecken. Es können Fotos, Filme, Texte ausgetauscht werden, und die potenziellen Partner begegnen sich auf einer neuen Ebene, die beim normalen Kennenlernen nicht berührt wird. Da heißt es oft: Ab in die Kiste und mal sehen, wie lange es hält.

Und doch habe ich eins ganz eindeutig feststellen können: Der Mythos Liebe lebt. Er wird durch Rituale und Symbole transportiert. Dabei ist es egal, ob sich zwei Menschen auf der Straße begegnen oder im Internet. Die Rituale und Symbole ähneln sich immer: Ansprechen, wiedertreffen, ein tiefer Blick in die Augen des Gegenübers.

Diese Rituale schützen den Menschen. Sie geben Sicherheit in einer schwer einschätzbaren Situation: Mag sie mich? Findet er mich attraktiv? Wenn sich zwei Menschen kennen lernen, so können sie sich immer auf die Rituale verlassen. Egal, ob sie sich im Netz begegnen oder in einem Café - die Rituale funktionieren.

Die User sind offener

Der größte Unterschied zwischen den realen Treffen und der Bekanntschaft in der Virtualität ist gleichzeitig der größte Vorteil des Internets: Die Menschen sind offener. Viele Männer haben mich angeschrieben, fragten mich fast schon aus - erzählten aber gleichzeitig von sich selbst. Die drei ausgewählten Männer haben mir in zahlreichen E-Mails von ihren Träumen, Wünschen und Erfolgen erzählt. Diese Offenheit habe ich in der Realität noch nicht feststellen können.

Wie sieht die Zukunft aus?

Gemeinsam: Die Sehnsucht nach Liebe prägt die Menschen.

Wie die Partnersuche der Zukunft aussehen wird, kann ich nicht einschätzen. In der Werbung von privaten TV-Sendern werden Liebessucher dazu aufgefordert, den Teletext oder SMS-Angebote zu nutzen. Bestimmt werden sich Rituale verändern - Mann trifft Frau dann nicht mehr in der Bar, sondern im Cyberspace oder auf dem Handy und bringt virtuelle Rosen mit - aber die Sehnsucht nach der Liebe, die wird wohl nie vergehen. Und damit wird die Suche niemals enden.

Veröffentlicht: 05.09.2007
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