Die Erschöpfungsspirale
Stufe 1: Körperliche Warnsignale
Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Zahnschmerzen oder Ohrgeräusche sind häufig erste Erschöpfungsanzeichen. Dauerstress führt zu ständiger Muskelanspannung und diese zu Rücken- und Muskelschmerzen. Man fühlt sich "wie geprügelt". Wer diese ersten körperlichen Anzeichen nicht ernst nimmt, rutscht tiefer hinab in die Erschöpfungsspirale. Stufe 2 und 3 lassen dann nicht lange auf sich warten und eine Depression wird wahrscheinlicher.
Stufe 2: Die Seele leidet
Trotz und Resignation machen sich breit. Männer neigen zu Reizbarkeit und aggressiven Ausbrüchen. Frauen ziehen sich häufig eher zurück, verstummen und fühlen sich gekränkt. Auch die körperlichen Beschwerden werden stärker. Durch Mehrarbeit versucht der Betroffene gegen die Erschöpfung und die nachlassende Leistungsfähigkeit anzukämpfen. Persönliche Interessen, Partner und Familie werden vernachlässigt.
Stufe 3: Der Lebensmut schwindet
Die Arbeitsleistung lässt deutlich nach – der innere und äußere Druck nimmt weiter zu. Die Arbeit macht keine Freude mehr, die Motivation sinkt. Der Körper ist schlapp, der Schlaf massiv gestört und Apathie oder quälende Unruhe machen sich breit. Andere Menschen und alles, was man liebt, scheinen weit weg. Nicht selten droht der Partner mit Trennung. In dieser Phase treten häufig Suizidphantasien auf. Die Depression ist da.
nach: Kleinschmidt, Carola/Unger, Hans-Peter: Bevor der Job krank macht. Wie die heutige Arbeitswelt in die seelische Erschöpfung treibt und was man dagegen tun kann. München 2007
Foto: Linda Wabel

