Medien Monitor - Online-Magazin für den aktuellen Medienjournalismus

Interview

Der Geistheiler und die Medien

Zu einem Geistheiler gehen? Da scheiden sich die Geister. Alles nur Hokuspokus? Und wie gehen die Medien mit Dingen um, die man rein rational nur schwer fassen kann? Im Interview mit Geistheiler Thomas Karl versucht Medien Monitor, Antworten zu finden.

Geistheiler Thomas Karl

Herr Karl, was sind denn "Geistheiler" eigentlich? Sind das Menschen, die mit Geistern heilen?

Nein. Es sind nicht Leute, die mit Geistern heilen oder den Geist heilen. Es ist ein altertümlicher Begriff für das Arbeiten mit sehr hochschwingenden Energien. Man könnte auch sagen 'Hände auflegen', was aber nur einen klitzekleinen Teil dieses Spektrums zeigt.

Und diese Energie, ist das Ihre eigene Lebenskraft? Oder bedienen Sie sich einer anderen Kraft?

Wenn ich das mit meiner eigenen Lebenskraft machen würde, mit der ich hier agiere, dann wäre nicht viel möglich, was ich so am Tag mache. Was ich gelernt habe, ist: mich an das universelle Feld anzuschließen. An eine Art universelle Energie, die ich selbst als eine Art heißes Gefühl hinter dem Brustbein empfinde und wo ich ein paar Jahre gebraucht habe, um zu merken, dass man das vielleicht auch Liebe nennen könnte. Ich könnte sagen: 'Alles ist aus Liebe gemacht, alles existiert in Liebe, und man kann diese schnelle, hochschwingende Energie formen, leiten, verändern, steuern.'

Was machen Sie, wenn Sie heilen?

Ich habe gelernt, sehr hochschwingende Information, Energie, Heilkraft, Liebe oder wie man es auch immer nennen will, nach außen hin zu übertragen und dadurch die Selbstheilungskräfte im anderen Menschen zu aktivieren. Ich gebe Kraft oder Information in den jeweiligen Frequenzen, für Körper, Seele oder Geist. Ich versuche mich selbst möglichst klar zu machen, möglichst zu reinigen, um möglichst viel von dieser hochschwingenden Energie durch mich durchzulassen, die in unendlicher Menge da ist. Ich fokussiere sie auf eine Krankheit, auf eine Fehlsteuerung im Bereich der Chakren oder der sogenannten Meridiane, des Energiefeldes oder des physischen Körpers. Diese Information wird dann im Idealfall angenommen und umgesetzt.

Was ist Ihr Eindruck: Wie gehen Medien generell mit dem Thema Geistheilung um?

Immer noch ein bisschen schwierig. Es gibt welche, die sind offen; es gibt welche, die berichten extrem kritisch. Die Bild hat 2001 darüber berichtet, wie Horst Krohne, mein Lehrer, eine Lebensmittelallergie-Löschung durchgeführt hat. Das ist mit das einzige im Bereich von energetischen Heilweisen, was man wiederholbar definitiv zeigen kann. Eine einzige Behandlung - und der Allergiker kann das Allergen danach zu sich nehmen, ohne eine Schockreaktion zu bekommen. Das ist schon mal was ganz Tolles.

Dann gibt's natürlich Berichte, die mehr so in Richtung Verlachen und Verspotten gehen. So ein bisschen wie das Mahatma Ghandi gesagt hat, frei zitiert: 'Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann nehmen sie es irgendwann an.' Das beschreibt das ganz gut.

Hat sich beim Umgang der Medien mit diesem Thema in den letzten Jahren etwas verändert?

Ich finde, man kann sehen, dass sich das Bild allmählich vom Verlachen und Bekämpfen hin zum Anerkennen und durchaus auch Wohlwollen ändert. In den letzten Jahren habe ich zum Beispiel in der Münchner TZ Berichte gesehen, wo Heiler vorgestellt werden und deren gute Ergebnisse. Wo dann in einer Serie wirklich immer auf einer ganzen Seite gezeigt wurde, wie die arbeiten. Oder in der Bunten: Da erschien ein Artikel über Ruediger Dahlke, einen Mediziner, der sich mit Spiritualität und Psychosomatik und anderen Heilformen beschäftigt. Das war ein Artikel, in dem sich Prominente geäußert haben, wie sehr er ihnen geholfen hat auf ihrem Lebensweg.

Welchen Umgang damit würden Sie Journalisten und Medienmachern empfehlen?

Die Kunst ist es, die Leute zu finden - Gesprächspartner für Medien oder auch Journalisten selbst - die nicht die eine oder die andere Seite verneinen und die von sich aus Brücken bauen. Die also in der Lage sind, auf ihr Gegenüber einzugehen. Denn wenn ich zum Beispiel schon vom Vokabular her nicht in der Lage bin, mit anderen zu sprechen oder andere zu verstehen, dann gibt es Schwierigkeiten bei der Annäherung. Wenn ich die Sichtweise des anderen von vornherein ablehne, weil sein Vokabular religiös oder spirituell geprägt ist oder von seltsamen esoterischen Fachwörtern durchzogen ist, dann wird der Dialog nicht zustande kommen. Doch genau diesen Dialog sollten wir fördern.

Natürlich bleibt ein Kampf mit der Ignoranz und den Verurteilungen der etablierten Meinungen, wo die Leute sagen: "Medizin soll so und so bleiben, denn das war schon immer so."

Wie stehen Sie denn zu dem Vorwurf, dass man über Geistheilung besser nichts schreiben sollte, weil es unbegründete Hoffnungen bei kranken Menschen wecken könnte?

Nun, es ist sicherlich interessant, sich mit Wissenschaftsgeschichte zu beschäftigen. Wie denn die verschiedenen Leute ihre verschiedenen Probleme ausdiskutiert haben. (lacht) Ich denke da an Johannes Kepler, Galileo Galilei und die Streitereien, die entstanden sind, als die verschiedenen physikalischen Modelle durchgestanden wurden. Auch heute gibt es ganz neue physikalische Modelle, die angefochten werden.

Es ist zum einen natürlich wichtig, sich seinen gesunden Skeptizismus zu bewahren, um nicht Blendern und Täuschern aufzusitzen, auf der anderen Seite aber auch die Fähigkeit und Neugier, diese Phänomene zu betrachten und zu erforschen und nicht nur zu ignorieren.

Was sind Ihre persönlichen Erfahrungen im Umgang mit Journalisten?

Der Kontakt war freundlich bisher. Ich bin jetzt mehrere Male interviewt worden und es gab niemanden, der mich benutzt hätte, um das Thema Geistheilung zu verreißen. Das waren angenehme Erfahrungen, über die ich mich nicht beschweren kann.

Der Knackpunkt ist natürlich die Verbreitungsform. So eine Tageszeitung, das sind dann ein paar Tausend Exemplare, wird gedruckt, wird gelesen und kommt ins Altpapier. Also keine bleibende Informationsquelle. Informationen, die dauerhaft abrufbar sind, wie zum Beispiel im Internet, sind wichtig. So bekommen mehr Leute Zugang zu Themen wie energetischem Heilen.

Wie verhalten sich Journalisten Ihnen gegenüber? Sind sie misstrauisch, kritisch oder völlig unvoreingenommen?

Ich hab' einen neugierigen Skeptizismus erlebt, mit dem ich keine Probleme hatte, weil ich denke, ich kann mich da einigermaßen verständlich machen. Und ich kann ja gerne Dinge zeigen, also vorführen. Es gibt Dinge, die vorführbar sind, worüber man sich dann Gewissheit verschaffen kann. Zum Beispiel Körper-Fühl-Übungen oder Übungen, bei denen man die Chakren an den Handtellern fühlen lernt, aber auch Heilvorführungen. Wie gesagt, bei Allergien ist es gut reproduzierbar.

Denken Sie, es herrscht zurzeit im Journalismus eher die Tendenz, solche Themen zu verurteilen, oder eher Offenheit und Neugier?

Generell sehe ich schon eine langsame Entwicklung hin zu mehr Offenheit und Neugier, im Sinne von 'Da gibt es etwas anderes, als wir bisher kennen, was auch bei Problemen helfen könnte - es scheint manchmal zu wirken, also berichten wir mal darüber.'

Ganz interessant ist das ja auch an der Werbung zu sehen. Man kann in einer Werbesendung für irgendein Wellness-Produkt erst dann eine Gruppe von Frauen zeigen, die zusammen meditieren oder Yoga machen, wenn man als Stratege weiß: 'Das ist jetzt in der Bevölkerung genug verbreitet und wird mit angenehmen Emotionen verknüpft'.

Was würden Sie sich wünschen, wie die mediale Entwicklung weitergehen sollte, was diese Themen betrifft?

Das Problem ist: Wir haben in den letzten sieben Jahren eine Explosion im Bereich des energetischen Heilwesens gehabt. Da ist viel Spreu, die man vom Weizen trennen sollte. Allmählich brauchen wir Qualitätsmerkmale: Was sind gute Heiler? Gegenüber den Leuten, die so einen Mist verbreiten wie: "Bloß nicht mit einem Arzt zusammenarbeiten - setz die Medikamente ab!" Das ist schlicht und einfach gefährlich. Solche Sachen sind nicht der Verantwortungsbereich der Heiler. Darüber hat mehr Klarheit zu herrschen, damit die guten Leute, von denen es sicher etliche Hundert hier in Deutschland gibt, wesentlich mehr Personen helfen können.

Zur Person

Thomas Karl, geboren 1965

Abitur 1985, danach kaufmännische Lehre, Bundeswehrzeit und ein betriebswirtschaftliches Akademiestudium.
Arbeit in verschiedenen Stellen, zuletzt in verantwortlicher Funktion im Vertrieb eines deutschen Softwarehauses.

1997 einschneidende persönliche Erlebnisse: Aurasichtigkeit und außerkörperliche Erfahrungen.
In der Folgezeit beschäftigt er sich intensiv mit metaphysischen Themen.

Anschließend absolviert er die Ausbildung zum Geistheiler nach Horst Krohne und eine Ausbildung zum Heilpraktiker.
Im Mai 2005 eröffnet er seine erste Praxis bei Wasserburg am Inn und im August 2009 wechselt er den Standort und geht nach Hohenbrunn, südöstlich von München.

Seit jetzt etwa zehn Jahren arbeitet er selbstständig als Heiler, Seminarleiter und "Counselor for Life, Work and Health".

Weiterführende Links

Thomas Karls private Seite Praxis Geistheilung

Infoseite zu Chakren und deren Bedeutungen Lichtkreis.at

Hintergrund-Infos zu Geistheilung Dachverband Geistiges Heilen

Woran man vertrauenswürdige Heiler erkennt Qualitätskriterien

Text: Robert Zapp
Bild: Thomas Karl
Teaserbild: Thomas Karl

Veröffentlicht: 19.08.2011
1 Kommentar
answer #1) Katharina - 11.09.2012 - 09:59

Geistheiler distanzieren sich vom Heilen. In jedem Reiki, Geistheiler-Buch von von Heilung bestimmter Krankheiten angegeben.

 

Selbst Ärzte und Heilpraktiker heilen nicht. Sie haben nur die Erlaubnis Krankheiten zu behandeln. Heilpraktiker noch nicht mal alle, sie sind etwas eingeschränkt.

 

Auch heißt es im Heilpraktiker Gesetz: JEDE TÄTIGKEIT..... zur Heilung oder Linderung......

 

Ich würde nur zu einem Geistheiler gehen, der mindestens Heilpraktiker ist, sie haben wenigestens etwas medizinische Kenntnisse.

 

Geistheiler oder sonstige Energiearbeiter(was auch immer das sein mag) würde ich meiden.

Speziell auch das rumpfuschen an den Chakren. Denn dazu kann keiner etwas eindeutiges sagen!!!

 

Mann.....Leute gibt es!!!!

Bitte gib hier die rechts gezeigte Zahl ein. Dies dient zur Abwehr automatisierter Einträge. CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn du die Zahl nicht lesen kannst, hier klicken.
Hinweis: Kommentare werden moderiert.


Pflichtlektüre

Eldoradio

DO1 TV

Journalistik Journal

Köpfe & Karrieren | Trends & Technik | Kritik & Kurioses | Spezial | News | Blog
 Suche | Newsfeeds | Redaktion | Impressum