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Das Internet als Englischlehrer

Gibt man "Englisch lernen" bei einer Suchmaschine ein, erhält man eine große Anzahl von Treffern. Darunter befinden sich viele Werbeangebote für kostenpflichtige Kurse und Sprachreisen, aber auch einige kostenlose Angebote, die zumindest beim Erlernen der englischen Sprache helfen können. Daniel Gehrmann hat seine persönlichen Favoriten herausgepickt und stellt sie vor. Worauf man bei Sprachlern-Angeboten achten sollte und wie das Lernen spielend von der Hand gehen kann, erläutert Randi Gunzenhäuser, Professorin für Anglistik und Amerikanistik an der Uni Dortmund.

Englisch-lernen-im-Internet
„Englisch-lernen-im-Internet“ gibt einen Überblick.

Dortmund. Wer sich bei der Suche nach kostenlosen Englisch-Lernhilfen nicht einfach auf Suchmaschinen-Treffer verlassen möchte, findet im Netz bereits aufbereitete Überblicksseiten. Sehr empfehlenswert ist die Seite Englisch-lernen-im-Internet. Neben klassischen Lern-Plattformen umfasst die Linkliste auch spezielle Angebote wie Podcasts für Englisch-Lernende, Lern-Filme und Foren. Eine vorsortierte Auswahl an Sprachlern-Websites bietet auch die Stadtbücherei Stuttgart an.

Englisch-lehrbuch.de
„Englisch-lehrbuch.de“ führt klar strukturiert ins Englische ein.

Einen Einstieg in die Englische Sprache bietet Englisch-lehrbuch.de. Die Nutzer werden Schritt für Schritt ins Englische eingeführt und lernen in aufeinander aufbauenden Lektionen die Strukturen der Sprache kennen. Die Bedienung ist einfach. Der Kurs ist als fortlaufender Text aufgebaut und enthält Erklärungen, Beispiele und praktische Übungen.

Randi Gunzenhäuser
Randi Gunzenhäuser gibt Tipps.

Über das Inhaltsverzeichnis kann man an jedem beliebigen Punkt in den Kurs einsteigen und damit stets da weitermachen, wo man zuletzt aufgehört hat. Eine klare Struktur von Sprachlern-Angeboten ist in den Augen von Professor Randi Gunzenhäuser das erste Qualitätskriterium, nach dem man sich bei der Suche richten sollte. Wichtig sei ein zentraler Ausgangspunkt für die Navigation und eine klare Lektionen-Einteilung, sagt die Dortmunder Professorin für Anglistik und Amerikanistik.

Randi Gunzenhäuser rät, auf den klaren Aufbau eines Computerkurses zu achten (0:18 min; 216 kb).

Englisch-Hilfen
„Englisch-Hilfen“ bietet Selbst-Tests.

Die Seite Englisch-Hilfen bietet nicht nur klar strukturierte und gut verständliche Erläuterungen zur Grammatik, sondern auch Tests, mit denen das eben Gelernte praktisch angewandt und das Wissen vertieft werden kann. Besonders Anfänger, die sich schon einen ersten Überblick über die Struktur der englischen Sprache verschafft haben, können sich hier gezielt einzelne Punkte herausgreifen und das Gelernte wiederholen und vertiefen. Auch an kleinen Online-Prüfungen fehlt es nicht auf der Seite. Der Nutzer kann zwischen Grammatik- und Vokabel-Tests wählen, die Anzahl der Fragen bestimmen und einen Test wiederholen, wenn nicht alle Lösungen korrekt waren.

English Grammar Online
Das Angebot von „English Grammar Online“: auch etwas für Anfänger.

Gleiches gilt für "English Grammar Online". Lektionen und Lesestoff von Schul- bis Business-Englisch lassen sich von der Hauptseite über farbige Reiter anwählen. Neben Texten und Tests bietet die Seite auch Rätsel, Spiele und ein Wörterbuch mit Suchfunktion.

Ob Business-Englisch oder Dialog-Übungen – wer Freude am Lernen haben und behalten will, sollte Übungen und Texte aus einem Themengebiet suchen, das ihn interessiert. Sonst kann die Auseinandersetzung mit dem Lernmaterial zäh werden.

Randi Gunzenhäuser: Interessante Themen helfen beim Lernen (0:20 min; 248 kb).

Englisch auf Englisch lernen

learn-english-online
In Dialogen lernen: „learn-english-online“.

Randi Gunzenhäuser rät dazu, statt deutschsprachiger Englisch-Kurse gleich Angebote in Englisch zu nutzen. Dies sei ein Trend, der sich auch bei Lehrbüchern und im Schulunterricht bewährt habe. Ein solches Angebot ist learn-english-online. Die ersten zehn Lektionen des Kurses kann jeder kostenlos nutzen. Die Einheiten basieren stark auf Dialogen. Animierte Grafiken und Hörbeispiele nutzen die Potenziale des Internet als Lehrmedium. Tests am Ende jeder Lektion sichern das Erlernte ab. Allerdings muss der Nutzer zunächst den Real Player und den Shockwave Player installieren. Links zum Download der Software befinden sich auf der Seite.

British Council
Themen- und altersgerecht Englisch lernen beim British Council.

Weiteres Lernmaterial bietet eine Seite des British Council. Eltern und Lehrer finden dort Programme mit kleinen Geschichten, die Kindern beim Einstieg in die Fremdsprache helfen. Erwachsene können ihr Wissen auf unterhaltsame Art trainieren: Artikel zu interessanten Themen stehen zum Lesen und Anhören bereit – etwa die Geschichte des Floh-Zirkus auf britischen Jahrmärkten. Von den Artikeln gelangt man über Links zu Verständnis- und Schreibübungen sowie zum Cambridge Dictionary, um fehlende Vokabeln nachzuschlagen.

Randi Gunzenhäuser plädiert für Englisch-Lernen auf Englisch (0:33 min; 392 kb).

Situationsgebunden lernen

BBC
Die BBC unterrichtet Englisch mit Nachrichten und Musik.

Nutzer mit Vorkenntnissen, die ihren Wortschatz erweitern und ihre Ausdrucksfähigkeit trainieren wollen, finden auf den Seiten der BBC ein reiches und regelmäßig aktualisiertes Angebot. Vokabeln aus den Bereichen "news" und "business" werden erläutert. In der Verbindung von Nachrichten und Vokabeltraining sieht Randi Gunzenhäuser eine starke Motivation für Lernende. Das situationsgebundene Lernen sei etwas, das uns Briten und Amerikaner voraus haben.

Randi Gunzenhäuser über Lernen mit den Nachrichten (0:35 min; 420 kb).

Kinder lernen spielend

Haunted House
Ein Klick auf das Bild öffnet das Sprachspiel „Haunted House“.

Gerade bei Kindern bedarf der Erwerb einer neuen Sprache nicht unbedingt spezieller Sprachprogramme oder Sprachlern-Websites, sagt Randi Gunzenhäuser. Sie ist der Ansicht, dass gewöhnliche Computerspiele zum Lernen nützlich sein können. In Deutschland sei es eine Maxime, "dass Lernen keinen Spaß machen darf". Dabei könne der Spracherwerb auch spielend gelingen: Indem nämlich Kinder in Computerspielen mit Situationen und Bildern konfrontiert werden und dabei zugleich neue Wörter in ihren Sprachschatz aufnehmen, die mit Gegenständen oder Situationen aus den Spielen verbunden sind. Selbst ein Wort wie "broom stick" kann ein Kind verstehen – wenn es dazu den Besenstiel der Hexe sieht.

Randi Gunzenhäuser rät zu englischsprachigen Spielen, Filmen und Radioprogrammen (0:35; 424 kb).

Fazit

Wer über einen großen Wortschatz verfügt und die Grundregeln der Sprache beherrscht, kann seine Sprachkenntnisse im Internet aufpolieren. Wer schon mehr Englisch versteht, als er selbst spricht, findet brauchbare englischsprachige Übungen und Erläuterungen. Wer dagegen keine Vorkenntnisse mitbringt, wird im Internet nicht auf den umfassenden und kostenlosen Englisch-Kurs stoßen. Allenfalls wird er Angebote finden, die einen klassischen Englisch-Unterricht ergänzen können. Allerdings bietet das Internet eine weitere Möglichkeit, ganz ohne gezielte Sprachlern-Seiten zu einem besseren Englisch zu kommen: Filme, Songs und Nachrichten, Spiele und Foren helfen, sich die Sprache selbst zu erarbeiten.

Text, Bilder und Screenshots: Daniel Gehrmann

Veröffentlicht: 11.06.2007
1 Kommentar
answer #1) Laura Nabun homepage - 06.07.2009 - 16:20

Hallo! Auch empfehlen kann ich den online Englisch Kurs Englishtown. Ich nehme dort seit einiger Zeit virtuellen Unterricht mit Lehrern, und nutze die kostenlose Community um mit Leuten aus aller Welt zu chatten!

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