Die andere Universität

- Fotomontage: Pressestelle der Stadt Bochum
Sie ist groß und grau. Sie glänzt kein bisschen und ist doch ein schillerndes Symbol für den Strukturwandel einer Region: Die Ruhr-Universität Bochum. Einst errichtet auf historischem Bergbaugrund, wenige Jahre nachdem aus den Schornsteinen der angrenzenden Zeche Klosterbusch letztmalig der Rauch des Reviers aufstieg, ist die Hochschule heute ein einzigartiger Lernort für über 30.000 junge Menschen, deren Arbeits- und Erfahrungswelt sich substanziell von der ihrer Eltern und Großeltern unterscheidet.
Kaum eine andere deutsche Universität wurde öffentlich so kontrovers diskutiert. Gefeiert als Vorzeigeprojekt in der deutschen Hochschullandschaft. Gescholten als Betonbunker, Massen-Uni, Hort für Selbstmörder. Die RUB musste sich einiges gefallen lassen. Doch sie ist immer wieder aufgestanden. Die Fassade bröckelte, wurde ausgebessert, bröckelte wieder... Im Jahr 2007 dann die große Überraschung: Die Ruhr-Universität schrammt nur knapp am Status als Elite-Uni vorbei. Nun rüstet sie sich für die Zukunft: Die Grundsanierung des Campus hat begonnen, die zentrale Achse zwischen Uni-Center und Audimax soll freundlicher, einladender, grüner werden und zum "neuen Herz" der Hochschule avancieren.
Doch was ist das eigentlich, das Herz der RUB? Was macht diesen Ort aus? Was bedeutet er für die Menschen, die hier lernen und arbeiten? Und in welcher Relation steht dieser Ort zum Ruhrgebiet und dessen kultureller Entwicklung? Eine Annäherung an eine Universität auf Identitätssuche - zwischen Arbeitervergangenheit und Eliteschmiede von morgen, zwischen Urbanität und Ländlichkeit, zwischen Pragmatismus und großer Vision. So wie die Region, die sie beheimatet.
Barbara Wege
