Am Ende der Sehnsucht
Er hat es geschafft: Nach sieben Monaten unterwegs erreicht Sixtus Puerto Natales. Jetzt geht es für ihn immer nur noch nach Norden. Denn unser Wiedersehen ist geplant. In Ecuador.
Km 6830, Puerto Natales: Im März erreicht Sixtus Südchile. Er ist am Ziel. Er sitzt im Hotel und sieht draußen den Regen fallen. Aber schlechtes Wetter ist der Dortmunder mittlerweile gewöhnt. Sixtus genießt das gute Essen und das Gefühl angekommen zu sein. Als er sich erholt hat, setzt er sich in den Bus Richtung Norden. 5000 km immer am Pazifik entlang. Er erlebt seine Reise im Schnelldurchlauf noch einmal. Als wenn jemand das Band zurück spult.
Die Ankunft ( 1 MB / 55 Sek)

- Nach 14 Monaten wieder vereint: Sixtus Reimann und Anne Kynast. Foto: Sixtus Reimann
Juni 2004, Flughafen Quito. Ich sehe Sixtus schon hinter der Glastür warten. Doch bevor wir uns in den Armen liegen, muss ich noch mit meinem Rucksack durch den Zoll. Dafür muss ich an einem Zufallsgenerator drehen. Rot bedeutet Gepäckkontrolle, Grün einfach durchgehen. Der Zeiger bleibt auf grün stehen. Seine braungebrannten Hände, seine blauen Augen. Wiedersehensfreude. Wir mieten uns eine Hütte im Regenwald und machen Urlaub. Das Glück des Augenblicks.
Die Fernbeziehung ( 900 KB / 40 Sek)
Dann ziehen wir noch einmal zusammen los. Wir wollen zusammen nach Macchu Picchu, dem Symbol Südamerikas. Dorthin gelangt man nur über den berühmten Inkatrail oder mit dem Zug. Der Trail ist so beliebt, dass er teuer gemacht wurde, um die Zahl der Touristen zu begrenzen. Unser Portemonnai entscheidet: Wir nehmen den Zug. 5 Uhr morgens. Es ist stockdunkel. Die Stirnlampe leuchtet uns den Weg durch den Regenwald, hinauf auf den Berg der Ruinen. Der Pfad steigt stetig an. Eine Stunde später sind wir oben. Blauer Dunst liegt über den Steinen. Die paar Touristen verlaufen sich zwischen den alten Mauern. Die Sonne steigt, die Schatten werden kürzer. Es ist noch schöner als auf der Postkarte. Denn es uns geht um das Gefühl, unterwegs zu sein. Um das unterwegs Sein.
Text: Anne Kynast
Fotos: Sixtus Reimann


