Aktuell
Schlechte Vorbilder aufgrund schlechter Bildung?
Vorbilder von heute zeichnen sich durch wenig Bildung aus, natürlich sind Medien verantwortlich, nicht zu vergessen den Markt der Rezipienten und zuletzt die fehlenden Alternativen… Ein Konzentrat aus fünf Minuten "Dellings Woche" – aus subjektivem Blickwinkel.

- Dellings Woche
Laut Themenvorgabe sollte es sich bei "Dellings Woche" am letzten Mittwoch um Bildung und Eliten drehen, so lautet es in der Programmankündigung: "Moderator Gerhard Delling wird sich unter anderem mit Eliteschuldirektor Bernhard Bueb und Trigema-Chef Wolfgang Grupp über den Zusammenhang von Bildungskrise, Führungskrise und Wirtschaftskrise unterhalten" - über einen langen Diskussionsblock hinweg standen dann allerdings Vorbilder im Mittelpunkt.
Vorbilder von heute sind laut Sendungsmachern unter anderem Verona Poth, Dieter Bohlen, Paris Hilton und Cora Schumacher – sie alle verbindet ihr (gutes) Aussehen, Medienpräsens und vor allem Geld, das sie nicht mit Hilfe ihres Ausbildungsberufes/Studiums erdient haben.
Und das alles nur dank der Medien, die diesen Selbstdarstellern eine Plattform bieten – ohne können sie überhaupt Erfolg haben. Klingt logisch. Dann das Gegenargument: Aber es gebe ja auch einen Markt, sonst würde es nicht ausgestrahlt. Klingt ebenfalls logisch, stellt sch mir nur die Frage, was war zuerst da…?
Da der eigentliche Anlass der Diskussionsrunde der Bildungsgipfel von Bund und Ländern war, kann es gar nicht anders sein, dass der Bildung - oder vielmehr der mangelnden Bildung – die Schuld daran gegeben wird, dass es den Markt überhaupt gibt. Auch ich bin informiert, sobald ich den Fernseher einschalte, natürlich könnte ich wegschalten, aber warum? Ist doch ganz amüsant dieser öffentliche Voyeurismus, wer grad mit wem und wer nicht mehr mit wem und die alltäglichen Krisen die auch jeden "Star" ereilen.
Doch gerade Kinder sehen dabei die Irrealität nicht, was wirklich erreichbar ist und was dazu nötig ist. Teilweise fehlt ihnen ein Wertegefühl, denn reich sein ist nicht das erste Ziel: "Es ist ein Trugschluss, wenn ich reich bin, bin ich auch glücklich". Doch Alternativen gibt es wenige, weder auf Seite der Vorbilder, noch auf der der Währungen für Glück, wie Ehre, Liebe, Macht – die wohl auch überwiegend mit Geld assoziiert sind.
Immer mittwochs von 20.15 bis 21.45 Uhr präsentiert Gerhard Delling im WDR-Fernsehen "Dellings Woche". Am 22.10. lautete das Schwerpunktthema: "Verzogen, schlecht ausgebildet, verantwortungslos – neue Eliten braucht das Land".
